Nicht nur Prosecco: Italienische Weine, die den Aperitif wirklich aufpeppen können
Ein Aperitif ist nicht nur ein Spritz: Der Wein kann den entscheidenden Unterschied ausmachen
Deshalb ist Italien ein kleines Paradies: Von den Schaumweinen aus dem Norden bis zu den mediterranen Weißweinen, von den Roséweinen aus dem Süden bis zu den leichten Rotweinen, die gekühlt serviert werden – es gibt immer eine Flasche, die zur Aufschnittplatte, zur Terrasse, zum Abendessen mit Freunden oder zu einem spontanen Aperitif am Küchentisch passt .
So wählt man einen Aperitifwein aus, ohne dabei einen Fehler zu machen
Ein guter Aperitifwein muss eine grundlegende Eigenschaft haben: Er muss Lust auf einen weiteren Schluck machen. Deshalb sollte man auf Weine setzen, die nicht zu viel Alkohol enthalten, eine gute Säure aufweisen und ein angenehmes Aromaprofil haben. Man muss nicht alle italienischen Rebsorten kennen: Es reicht, wenn man weiß, was gegessen wird, und die Auswahl entsprechend trifft.
Hier ein kleiner nützlicher Leitfaden:
- Zu Frittiertem, Pommes, gefüllten Oliven aus Ascoli und herzhaften Häppchen passen trockene Schaumweine und sehr frische Weine hervorragend;
- zu Wurst und Käse passen besser würzige Weißweine, Roséweine oder leichte Rotweine;
- zu Fisch, Tartar, Garnelen und Lachs-Crostini eignen sich straffe, mineralische Weißweine oder elegante Schaumweine;
- zu Gemüse, Hummus und vegetarischen Vorspeisen eignen sich hervorragend aromatische Weißweine, Roséweine und frische Schaumweine;
- zu Pizza, Focaccia und herzhaften Kuchen kann man mit Prosecco, Lambrusco, Franciacorta oder Weißweinen aus Mittel- und Süditalien experimentieren.
Die Temperatur spielt eine größere Rolle, als man denkt. Schaumweine und Weißweine sollten gekühlt, aber nicht eiskalt serviert werden; Roséweine schmecken bei etwa 8–10 °C am besten; einige leichte Rotweine, wie Lambrusco, Schiava oder Bardolino, kommen leicht gekühlt besser zur Geltung.
Italienische Schaumweine: die naheliegendste Wahl für den Einstieg
Wenn es um Aperitifweine geht, fallen oft als Erstes Schaumweine in den Sinn. Das ist nicht nur eine Frage der Feierlichkeit: Die Spritzigkeit reinigt den Gaumen, macht fettige Häppchen leichter und lässt Frittiertes, Wurstwaren und knusprige Snacks noch besser schmecken.
Der Prosecco ist wahrscheinlich der bekannteste italienische Aperitifwein. Er ist frisch, fruchtig, lässt sich gut kombinieren und passt perfekt zu kleinen Pizzen, Tramezzini, frittiertem Gemüse und mildem Käse. Wer eine trockenere und gastronomischere Variante bevorzugt, sollte besser nach einem Prosecco Brut oder Extra Brut Ausschau halten.
Der Franciacorta ist strukturierter und cremiger, ideal, wenn der Aperitif fast schon zu einem Abendessen wird: Er passt hervorragend zu geräuchertem Fisch, reichhaltigen Crostini, nicht allzu kräftigen gereiften Käsesorten und Ofengerichten.
Der Trento DOC hingegen ist eine hervorragende Wahl für alle, die feine, frische und klare Schaumweine lieben: Er passt hervorragend zu leicht frittierten Speisen, Fisch-Tartar, Garnelen und eleganten Vorspeisen.
Nicht zu vergessen ist der Alta Langa, ein charaktervoller piemontesischer Schaumwein, der perfekt zu hochwertigen Wurstwaren, Käse und herzhaften Fingerfood-Häppchen passt. Für einen fröhlichen und weniger formellen Aperitif ist der trockene Lambrusco einer der am meisten unterschätzten Weine: Kühl serviert passt er überraschend gut zu Wurstwaren, „Gnocco fritto“, Focaccia, Mortadella und rustikalen Gerichten.
Frische Weißweine: Die vielseitigsten Weine für einen unkomplizierten Aperitif
Italienische Weißweine als Aperitif sind vielleicht die vielseitigste Wahl. Sie passen gut zu Fisch-Vorspeisen, Gemüse, Frischkäse, Bruschetta, herzhaften Kuchen und leichten Häppchen. Das Geheimnis liegt darin, Weine mit guter Säure und klaren Aromen auszuwählen.
Der Vermentino, vor allem in den Varianten aus Sardinien und Ligurien, ist einer der besten Begleiter für mediterrane Aperitifs: Oliven, Sardellen, Focaccia, Kirschtomaten, Fisch und gegrilltes Gemüse. Er hat sonnige Aromen, bleibt dabei aber frisch und würzig.
Der Soave ist perfekt für alle, die einen eleganten, aber unkomplizierten Weißwein suchen: zart, blumig, mit einer schönen mineralischen Note. Er passt gut zu Crostini, Weichkäse, Gemüse und kleinen Eierspeisen. Auch der Gavi aus Cortese-Trauben ist eine raffinierte Wahl für einen reinen und leichten Aperitif, besonders zu Fisch, weißer Focaccia und delikaten Vorspeisen.
Für Liebhaber aromatischerer Düfte können der trockene Gewürztraminer oder der Müller-Thurgau sehr interessant sein, vor allem zu würzigem Fingerfood, Blauschimmelkäse in kleinen Mengen oder orientalisch angehauchten Gerichten. Man sollte nur darauf achten, keine zu weichen oder zu alkoholreichen Varianten zu wählen: Beim Aperitif zählt immer die Ausgewogenheit.
Roséweine als Aperitif: frisch, optisch ansprechend und sehr gut zum Essen
Rosé wird oft als Sommergetränk betrachtet, verdient aber viel mehr. Ein guter Rosé als Aperitif kann frisch, duftend, trocken und überraschend gut zum Essen passen. Er liegt auf halbem Weg zwischen der Leichtigkeit eines Weißweins und der leichten Struktur eines Rotweins und eignet sich daher perfekt, wenn viele verschiedene Speisen auf dem Tisch stehen.
Die besten italienischen Roséweine für den Aperitif stammen aus vielen verschiedenen Regionen. Ein junger und frischer Cerasuolo d’Abruzzo passt hervorragend zu Wurstwaren, Pizza bianca, Focaccia, Tomaten, halbgereiftem Käse und kalten Gerichten. Die Roséweine aus dem Salento passen, sofern sie trocken und nicht zu alkoholreich sind, hervorragend zu mediterranen Vorspeisen, gegrilltem Gemüse, Thunfisch, Oliven und würzigen Gerichten.
Im feineren Segment bieten einige Roséweine vom Gardasee oder aus dem Trentino ein zartes Profil, das perfekt zu Fisch, reichhaltigen Salaten und leichtem Fingerfood passt.
Der Vorteil des Roséweins liegt darin, dass er gut zu verschiedenen Aperitifs passt. Wenn Sie nicht wissen, ob Sie einen Weiß- oder einen Rotwein öffnen sollen, ist oft ein frischer Rosé die klügste Wahl.
Leichte Rotweine, gekühlt serviert: Eine Idee, die selbst diejenigen überzeugt, die sonst nur Weißwein trinken
Nicht jeder denkt beim Aperitif an Rotweine, doch einige leichte italienische Rotweine eignen sich perfekt, wenn sie leicht gekühlt serviert werden. Die Regel ist einfach: Keine Weine, die zu tanninhaltig, zu alkoholreich oder zu strukturiert sind. Besser sind leichte, fruchtige Rotweine mit spritziger Säure.
Der trockene Lambrusco ist nach wie vor ein absoluter Favorit zu Wurstwaren, Käse, Frittiertem und Focaccia. Seine spritzige Perlage und sein fruchtiger Geschmack machen ihn zu einem fröhlichen, aber auch sehr gastronomischen Begleiter. Der Bardolino ist ein leichter, geschmeidiger Rotwein, der perfekt zu Aufschnittplatten, herzhaften Kuchen, gefülltem Gemüse und kalten Gerichten passt. Der Südtiroler Schiava ist zart, duftend und passt hervorragend zu Speck, Frischkäse, Canapés und Berg-Aperitifs.
Auch ein Grignolino oder ein Frappato können sehr gut passen: Sie haben Charakter, sind aber nicht schwer im Geschmack. Sie sind ideal für alle, die etwas anderes als den üblichen Weißwein anbieten möchten, ohne den Aperitif zu aufwendig zu gestalten.
Aperitif mit Wein: Die Kombinationen, die man sich am leichtesten merken kann
Um ohne Stress eine Auswahl zu treffen, reicht es aus, sich ein paar einfache Kombinationen zu merken. Das sind keine starren Regeln, sondern nützliche Tipps, wenn man zu Hause einen Aperitif zubereitet und vermeiden möchte, dass man „einfach eine Flasche nach dem Zufallsprinzip“ auswählt.
- Prosecco: kleine Pizzastücke, Tramezzini, Gemüse im Teigmantel, Frischkäse, Kartoffelchips und salzige Häppchen.
- Franciacorta oder Trento DOC: Lachs, Garnelen, Tartar, raffinierte Crostini, Weichkäse und kleine frittierte Häppchen.
- Vermentino: Focaccia, Oliven, Sardellen, Bruschetta, Fisch, gegrilltes Gemüse und mediterrane Aperitifs.
- Soave oder Gavi: herzhafte Kuchen, delikate Crostini, Frischkäse, Eier, Gemüse und leichte Vorspeisen.
- Trockener Rosé: Wurstwaren, Focaccia, Tomaten, Thunfisch, halbgereifter Käse und kalte Gerichte.
- Trockener Lambrusco: Mortadella, Salami, Gnocco fritto, Tigelle, gefüllte Focaccia und rustikales Fingerfood.
Ein nützlicher Tipp: Bei fettigen oder frittierten Speisen sollten Sie auf Säure und Perlage achten; bei herzhaften Gerichten wählen Sie frische Weine mit nicht zu hohem Alkoholgehalt; bei delikaten Speisen vermeiden Sie zu aromatische oder aufdringliche Weine.
Wie viel Wein soll man servieren und wie präsentiert man ihn am Tisch?
Die Präsentation zählt: schlichte Gläser, Flaschen bei der richtigen Temperatur, immer Wasser bereitstellen und Speisen bereits in leicht zu entnehmenden Portionen servieren. Der Aperitif soll entspannt sein, keine Service-Prüfung.
Zu süße, zu warme oder zu kräftige Weine sollte man besser vermeiden. Ein großer, bedeutender Rotwein kann zum Abendessen wunderbar sein, aber vor dem Essen besteht die Gefahr, dass er den Gaumen ermüdet. Beim Aperitif lautet das Stichwort „intelligente Leichtigkeit“: angenehme, klare Weine, die das Essen begleiten, ohne ihm die Show zu stehlen.
Die richtige Flasche ist die, die dafür sorgt, dass alle am Tisch bleiben
Italienische Aperitifweine passen so gut, weil sie eine ganz eigene Art widerspiegeln, das Essen zu genießen: gemeinsam essen, probieren, reden, den Teller wechseln, noch ein halbes Glas einschenken. Vom Prosecco bis zum Franciacorta, vom Vermentino bis zum Soave, vom Rosé bis zum Lambrusco – jeder Wein kann perfekt sein, wenn man ihn mit ein wenig Augenmerk auf das Essen und den Moment auswählt.
Man muss kein Experte sein. Man muss sich nur fragen: Was stelle ich auf den Tisch? Möchte ich etwas Frisches, Elegantes, Rustikales, Mediterranes, Leichtes? Von da an wird die Wahl viel einfacher.
Daniele Mainieri










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