Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen oder Renekloden: Welche Sorte passt zu welchem Rezept?
Mittwoch 19 August 2026 10:20 - Adèle Peyches
Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden: die wichtigsten Unterschiede
Pflaumen sind meist rund bis oval und besonders saftig. Zwetschgen sind länglicher, häufig blau-violett und besitzen festeres Fruchtfleisch – deshalb eignen sie sich besonders gut zum Backen. Mirabellen sind klein, rund und gelb bis goldfarben; ihr Geschmack ist ausgeprägt süß und aromatisch. Renekloden sind meist rund, grün bis gelblich und sehr saftig mit intensiver Süße. Für die Küche gilt deshalb als einfache Orientierung: feste Zwetschgen für Kuchen und Datschi, saftige Pflaumen und Renekloden für Kompott oder Konfitüre und Mirabellen für feine Kuchen, Desserts und Eingemachtes.
Zwetschgen: die erste Wahl für Datschi, Blechkuchen und Streusel
Für klassischen Zwetschgendatschi und Blechkuchen sind Zwetschgen besonders praktisch. Ihr festeres Fruchtfleisch hält der Ofenhitze gut stand, und ihre leichte Säure bildet einen angenehmen Kontrast zu Hefeteig, Mürbeteig oder süßen Streuseln. Auch bei einem Streuselkuchen zahlt sich diese Struktur aus: Die Frucht bleibt deutlich erkennbar, während der austretende Saft die Streusel nicht vollständig aufweicht.
Pflaumen: saftig und vielseitig für Konfitüre und Desserts
Klassische Pflaumen sind oft runder und saftiger als Zwetschgen. Sehr reife Exemplare eignen sich deshalb hervorragend zum Einkochen. Für Konfitüre darf das Fruchtfleisch weich sein; wichtig ist vor allem ein kräftiges Aroma. Für Kuchen sollten Pflaumen dagegen nicht überreif sein. Wer sehr saftige Früchte verwendet, kann den Boden mit gemahlenen Mandeln, Grieß oder feinen Bröseln vor zu viel Flüssigkeit schützen.
Mirabellen: klein, goldgelb und ideal für feine Kuchen
Mirabellen sind deutlich kleiner als Pflaumen und Zwetschgen und bringen eine intensive, honigartige Süße mit. Sie passen gut zu Mandeln, Vanille und Butter und eignen sich besonders für einfache Kuchen, bei denen das Fruchtaroma im Vordergrund steht. Auch gestürzte Kuchen funktionieren mit Mirabellen sehr gut, weil die kleinen Früchte beim Backen weich und leicht karamellisiert werden.
Renekloden: aromatisch, weich und besonders gut zum Einkochen
Renekloden – in Deutschland die gebräuchliche Bezeichnung für Reineclauden – sind rund, sehr aromatisch und bei voller Reife ausgesprochen saftig. Sie schmecken pur, eignen sich aber ebenso für Kompott, Konfitüre und Desserts aus dem Glas. Für knusprige Kuchenböden sollten Renekloden noch leicht fest sein. Sehr reife Früchte geben viel Saft ab und sind deshalb beim Einkochen meist besser aufgehoben.
Sehr reife Früchte: lieber Mus und Kompott statt Kuchen
Je weicher Pflaumen und Zwetschgen werden, desto mehr Flüssigkeit geben sie beim Erhitzen ab. Für einen knusprigen Kuchen ist das nicht ideal, für Mus oder Kompott dagegen perfekt. So lassen sich auch Früchte verarbeiten, die zum Backen schon etwas zu reif sind. Für ein schnelleres Dessert bietet sich ein Zwetschgenkompott an, das warm oder kalt serviert werden kann.
So bleibt der Boden von Pflaumenkuchen knuspriger
Damit Pflaumen- oder Zwetschgenkuchen nicht durchweichen, sollten die Früchte reif, aber noch fest sein. Legen Sie sie möglichst in einer gleichmäßigen Schicht auf den Teig und vermeiden Sie zu viel übereinanderliegendes Obst. Eine dünne Schicht gemahlene Mandeln, feiner Grieß oder Semmelbrösel zwischen Teig und Früchten kann überschüssigen Saft aufnehmen. Nach dem Backen lohnt es sich außerdem, den Kuchen kurz abkühlen zu lassen, bevor er angeschnitten wird.
Adèle PeychesRedaktionsleiterin, die es kaum erwarten kann, im Winter Fondue zu essen! Leidenschaftlich für Gastronomie und immer auf der Suche nach neuen kulinarischen Schätzen, habe ich zunächst Jura studiert, bevor ich zu meiner ersten Liebe zurückkehrte: dem Geschmack guter Produkte und der Freude am gemeinsamen Essen :)







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