Tajine, Tagine, Tajine: 5 Rezepte zum Verlieben in den aromatischsten Eintopf Marokkos
Manche Wörter kommen schlecht an. Tajine (auch Tagine oder Tajine geschrieben) ist eines davon: Wenn man es laut ausspricht, kommt sofort jemand und fragt, ob es "das mexikanische Gewürz" enthält. Nein, das ist eine andere Geschichte: Tajine ist sowohl ein Schmortopf als auch ein Gericht, eine Art zu kochen, die nach Kreuzkümmel, nach eingelegter Zitrone und nach Zwiebeln riecht, die langsam aufgeben. Und die, wenn sie auf den Tisch kommt, mit einer theatralischen Geste daherkommt: ein kegelförmiger Deckel, der sich hebt und duftenden Dampf freigibt.
Für diejenigen, die es in Spanien schon einmal auf der Speisekarte gesehen, aber noch nicht probiert haben, empfiehlt es sich, mit den Grundlagen zu beginnen: Die Tajine ist nicht nur ein "exotischer" Eintopf. In Marokko und in weiten Teilen des Maghreb ist es Hausmannskost. Eine vernünftige und sehr schmackhafte Art, einfache Zutaten in ein gemütliches Gericht zu verwandeln.
Was genau ist eine Tajine?
Die Tajine ist ein traditioneller Steinguttopf, der aus zwei Teilen besteht: einem breiten, flachen Boden und einem hohen, meist konischen Deckel. Diese Form ist keine ästhetische Marotte. Sie dient dazu, die Feuchtigkeit zu halten: Der Dampf steigt auf, kondensiert am Deckel und kehrt in Form von kleinen Tröpfchen in den Eintopf zurück. Das Ergebnis: eine lange Garzeit, ohne auszutrocknen, Fleisch, das zart ist, Gemüse, das seinen Charakter bewahrt, und eine Sauce, die bei sanfter, ruhiger Hitze bindet.
Im weiteren Sinne bezieht sich "Tajine" auch auf das Gericht, das darin gegart wird. Und hier beginnt der Spaß, denn unter dieser Bezeichnung lassen sich ganze Rezeptfamilien zusammenstellen.
Wie es schmeckt: die Ausgewogenheit, die einnimmt
Wenn Ihr Gaumen an die Logik eines spanischen Eintopfs gewöhnt ist, wird Ihnen die Tajine vertraut vorkommen... und gleichzeitig anders. Vertraut wegen der Methode: pochieren, schmoren, reduzieren. Anders wegen der Ausgewogenheit. In vielen Tajines koexistieren Herzhaftes, Saures und ein Hauch von Süße, ohne dass es wie ein Dessert oder ein Experiment wirkt.
Das klassische Trio ist in der Regel: warme Gewürze (Ingwer, Kurkuma, Kreuzkümmel, Zimt), ein Hauch von Säure (Zitrone, eingelegte Zitrone, Oliven) und je nach Fall etwas Süßes (Pflaumen, Aprikosen, Honig). Es ist kein "Mischen um des Mischens willen": Es ist eine Art, den Eintopf abzurunden, so dass jeder Löffel seinen eigenen Schwerpunkt hat.
Wie er gegessen wird und womit er serviert wird
Die Tajine ist eines der Gerichte, die einen ruhigen Tisch erfordern. Sie wird in der Regel in einer eigenen Schüssel in der Mitte serviert, um sie zu teilen. Dazu gibt es in der Regel Couscous oder Brot (das Brot dient als Löffel, und das ist der Punkt, an dem die halbe Welt ins Spiel kommt). Wenn man in Spanien keinen Couscous hat, kann man auch einfachen weißen Reis oder sogar gekochte Kartoffeln verwenden: Wichtig ist, dass man etwas hat, das die Soße aufnimmt.
Und ja... ich habe keine.
Sie brauchen nicht unbedingt eine Tajine aus Steingut zu haben. Sie können den gleichen Eintopf auch in einer schweren Kasserolle mit Deckel kochen (Cocotte, Eisen, ein guter Topf). Der Geist des Gerichts, niedrige Hitze und Geduld, wird beibehalten.
Tajine-Rezepte für den Anfang
Patricia González



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