Die süße Seite Brasiliens: sechs traditionelle, hausgemachte Desserts für Naschkatzen
Wenn es ein Land gibt, das verstanden hat, dass Zucker keine Marotte ist, sondern eine Form der Gastfreundschaft, dann ist es Brasilien. In der brasilianischen Konditorei geht es nicht um Filigranität, sondern um Kakao, der die Küche parfümiert, um Kokosnuss in all ihren Formen und um Kondensmilch, die die Sprache der Snacks, der Geburtstage und der langen Nachmittagsmahlzeiten ist. Desserts, die zu Hause geboren werden, auf einem Tablett in der örtlichen Bar perfektioniert werden und schließlich nach Hause kommen - weil jemand immer wieder darum bittet, sie zu machen".
In dieser Auswahl haben wir 7 Rezepte zusammengestellt, die wie eine sentimentale Landkarte funktionieren: durchweichte Biskuitkuchen, Trüffel, die man im Stehen essen kann, Karamellkuchen, die gerade genug wackeln, und Kokosnussbonbons, die irgendwo zwischen beliebt und genial liegen. Man muss kein Portugiesisch können, um sie zu verstehen: Alles, was man braucht, ist ein Löffel und ein wenig Zeit.
1. nega maluca
Die Nega Maluca kommt nicht, um zu protzen: Sie kommt, um zu gefallen. Sie kommt dunkel aus dem Ofen, saftig, mit diesem Kakaoduft, der durch den Flur weht und einen in die Küche schauen lässt, "um zu sehen, wie es läuft". Viele Varianten werden mit heißem Wasser statt mit Milch zubereitet - und das ist das Schöne daran -, denn so lässt sich der Kakao besser einarbeiten und das Innere ist zart, ohne schwer zu sein. Das Ende ist in der Regel eine Schicht aus heißer, Brigadeiro-artiger Schokolade, die auf den Boden fällt und dort bleibt.
2. brigadeiros
In Brasilien sind die Brigadeiros die offizielle Sprache der Geburtstage. Sie erscheinen auf Tabletts, auf kleinen Papierstücken, und dauern so lange wie ein interessantes Gespräch: nicht lange. Sie werden in einem Topf mit Kondensmilch, Butter und Kakao zubereitet und so lange gekocht, bis sich der Teig vom Boden löst und man ans Aufplatzen denken kann. Dann noch Chips und fertig. Ja, es gibt viele verschiedene Varianten - Erdnuss, Keks, Oreo - aber die Schokoladenvariante ist die beste, weil sie immer überzeugt: süß, kompakt, mit dem gewissen Etwas, das man braucht.
3. Despacito-Kuchen
Der Name verrät es schon: Es handelt sich um einen langsam gebackenen Kuchen. Ein gut gelüfteter Kakaobiskuit, ein Kaffeebad, das ihn befeuchtet, ohne ihn zu ertränken, und obenauf eine Schokoladenmousse, die ihm die endgültige Textur verleiht: glatt, cremig, ohne Schnickschnack. Der Kuchen ist schichtweise aufgebaut: zuerst der Kakao, dann der Kaffee, der den Geschmack verlängert, und zum Schluss die Mousse, die ihn an Ort und Stelle belässt. Eine dieser Torten, bei denen man nach dem Probieren versteht, warum sie in Portionen verkauft werden.
4. Pudim de leite condensado (Kondensmilchkuchen)
Pudim de leite condensado ist die Torte unseres Hauses, aber mit einer süßeren Note. Die Kondensmilch spielt die Hauptrolle: Sie verleiht ihm Fülle, Süße und eine weiche Textur, die keine Ausreden zulässt. Sie wird im Wasserbad gekocht, und hier gibt es zwei Gebote: das Karamell nicht anfassen, wenn es fertig ist, und den Ofen nicht aus Neugierde öffnen. Der Preis ist einfach und seriös: eine Portion, die gerade genug schüttelt und wie eine Mahlzeit nach dem Essen schmeckt, die ohne Plan weitergeht.
5. Kokosnuss Tres Leches Kuchen
Dieser Kuchen will keine trockene Biskuittorte sein: Er ist zum Aufsaugen geboren. Er backt fluffig auf, wird gnadenlos eingestochen und in drei Milchen gebadet, in denen die Kokosnuss das Ruder übernimmt. Hier ist der Rest keine Formalität, sondern Teil des Deals: kalt, ein paar Stunden, und plötzlich ist der Schnitt sauber und die Krume wird zu einem eleganten Biskuit. Süß, ja, aber mit jener Saftigkeit, die das Gericht zum Löffeln geeignet macht.
6. Queijadinhas
Sie sehen aus wie Muffins, aber sie sind etwas anderes: feuchter, dichter, nach Kokosnuss duftend, sobald man den Ofen öffnet. Und dann kommt der Clou: Parmesan. Nicht, damit sie wie Käse schmecken, sondern um eine salzige Note hinzuzufügen, die die Süße abmildert und die Kokosnuss noch kokosnussiger erscheinen lässt. Sie sind klein, mundgerecht und haben diese gefährliche Eigenschaft von einfachen Süßigkeiten: Man fängt mit einer an und überlegt am Ende, wie viele noch übrig sind.
Patricia González





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