Warum es besser ist, einen Topf mit Resten abkühlen zu lassen, bevor man ihn in den Kühlschrank stellt
Das Abendessen ist vorbei und man hat keine Lust, eine weitere Dose schmutzig zu machen... also hoppla, der ganze Topf wandert direkt in den Kühlschrank.
Praktisch, schnell und mühelos.
Nur ist diese Angewohnheit nicht unbedingt ideal für die Aufbewahrung von Lebensmitteln ... und auch nicht für bestimmte Kochmaterialien.
Denn wenn man ein Gericht mehrere Stunden oder sogar über Nacht in einem Topf oder einer Pfanne lässt, verlängert man den Kontakt zwischen den Lebensmitteln und dem Kochmaterial. Und je nachdem, welches Kochgeschirr man verwendet, kann das zu mehreren Problemen führen.
Das erste Problem: die Migration von Metallen in Lebensmitteln
Töpfe aus Edelstahl, Aluminium, Kupfer oder Gusseisen können sehr geringe Mengen an Metallen in die Lebensmittel abgeben.
Bei normalem Kochen ist das kein Grund zur Beunruhigung: Während des Kochens bleibt der Kontakt relativ kurz.
Wenn ein Gericht jedoch stundenlang im Kühlschrank in demselben Behälter gelagert wird, dauert dieser Kontakt viel länger.
Und manche Lebensmittel begünstigen dieses Phänomen noch mehr.
Dies gilt insbesondere für säurehaltige Zubereitungen wie :
- Tomatensaucen
- Gerichte mit Zitrone
- Rezepte mit Essig
- Marinaden
- Oder bestimmte sehr saure Schmorgerichte.
Säure kann die Migration von Metallpartikeln in Lebensmitteln beschleunigen.
Edelstahl: robust, aber nicht ganz neutral
Edelstahl ist nach wie vor eines der stabilsten und sichersten Materialien in der Küche.
Aber "rostfrei" bedeutet nicht, dass es völlig inert ist.
Edelstahl enthält unter anderem Chrom und häufig auch Nickel.
In den allermeisten Fällen bleiben die freigesetzten Mengen sehr gering und sind für die Allgemeinbevölkerung ungefährlich.
Einige nickelempfindliche Personen können jedoch stärker reagieren, vor allem bei längerem und wiederholtem Kontakt.
Und je älter, zerkratzter oder minderwertiger das Utensil ist, desto leichter steigt das Risiko einer Migration.
Aluminium: empfindlicher gegenüber sauren Lebensmitteln
Aluminium ist etwas problematischer.
Dieses Metall reagiert viel leichter mit sauren oder salzigen Lebensmitteln.
Aus diesem Grund wird oft davon abgeraten, eine Tomatensoße stundenlang direkt in einem Aluminiumtopf abkühlen zu lassen.
Das Aluminium kann dann stärker in das Gericht wandern.
Heutzutage sind viele Aluminiumtöpfe mit einer Schutzschicht überzogen, die dieses Phänomen eindämmt ... wenn diese aber beschädigt wird, steigt die Exposition.
Was ist mit Gusseisen?
Sogar Gusseisen ist betroffen. Ein gusseiserner Topf kann Eisen in die Nahrung abgeben, vor allem bei sehr sauren Gerichten.
Übrigens nutzen manche Menschen diesen Effekt absichtlich, um ihre Eisenaufnahme leicht zu erhöhen.
Aber auch hier gilt: Es ist nicht unbedingt sinnvoll, den Kontakt über eine ganze Nacht im Kühlschrank zu verlängern.
Das zweite Problem: Antihaftbeschichtungen
Und hier sind viele Menschen betroffen.
Denn Antihaftpfannen sind überall in unseren Küchen zu finden.
Teflon, PTFE, Beschichtungen mit "Steineffekt" oder "Keramikeffekt"... hinter den Marketingversprechen beruhen diese Pfannen oft auf technischen Schichten, die mit der Zeit brüchig werden können.
Während des Kochens, vor allem bei hohen Temperaturen oder wenn die Beschichtung zerkratzt ist, können bereits winzige Partikel freigesetzt werden.
Also hat es natürlich nichts mit aggressivem Kochen zu tun, wenn man ein kaltes Gericht einige Stunden darin lagert.
Aber das Problem bleibt dasselbe: Warum sollte man den Kontakt zwischen Lebensmitteln und einer brüchigen Beschichtung unnötig verlängern?
Es gibt auch ein echtes Problem mit der Kühlung
Abgesehen von den Materialien ist es auch ein praktisches Problem, einen ganzen Topf im Kühlschrank zu lassen.
Große Töpfe kühlen viel langsamer ab als ein Gericht, das in einen flachen Behälter umgefüllt wird.
Das Ergebnis: Die Lebensmittel bleiben länger in der berühmten "Gefahrenzone" zwischen 10°C und 63°C, der idealen Temperatur für das Wachstum von Bakterien.
Und je langsamer die Abkühlung erfolgt, desto größer ist das mikrobiologische Risiko.
Ist es dann schlimm, wenn Sie es bereits getan haben?
Nein, natürlich nicht!
Einen Kochtopf ausnahmsweise über Nacht in den Kühlschrank zu stellen, wird keine Katastrophe auslösen.
Das Thema ist vor allem eine Frage des Vorsorgeprinzips und der guten Gewohnheiten, die man sich im Alltag aneignen sollte.
Denn zwischen Materialien, Beschichtungen, Mikroplastik und Lebensmittelkonservierung... ist es einfach besser, unnötige Kontakte zu vermeiden, wenn die Lösung so einfach ist wie eine luftdichte Dose.
Adèle Peyches
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