Zitrone riechen gegen Reisekrankheit: Wann es helfen kann und wie man es richtig macht
Es gibt Reisen, die voller Vorfreude beginnen und schon vor der ersten Mautstelle schiefgehen. Der Kofferraum ist voll, die Bildschirme gehen an, die Hitze staut sich im Auto, und auf dem Rücksitz wird jemand langsam blass.
Reisekrankheit kündigt sich meist schleichend an: Der Magen zieht sich zusammen, es bildet sich mehr Speichel als gewöhnlich, auf das Handy zu schauen ist keine gute Idee mehr und jede Kurve scheint viel zu früh zu kommen. Das kann Kindern passieren, aber auch Erwachsenen, die dachten, sie hätten es überwunden.
Deshalb kommen jeden Sommer wieder die gleichen Tricks, um Reisekrankheit im Auto zu vermeiden oder sie zumindest erträglicher zu machen. Eines der einfachsten und natürlichsten Mittel passt in jede Reisetasche, kostet fast nichts und wird nicht eingenommen: Man riecht daran.
Der virale Trick, der jeden Sommer wieder auftaucht
Unter den Hausmitteln, die jeden Sommer wieder auftauchen, gibt es eines, das so einfach ist, dass es fast schon zu einfach erscheint: Man nimmt eine Zitrone mit und riecht daran, sobald sich Unwohlsein bemerkbar macht. Viele Menschen greifen darauf zurück, wenn sie eine lange Autofahrt antreten. Der Schlüssel liegt darin, es richtig und im richtigen Moment anzuwenden.
Diejenigen, die es ausprobiert haben, versichern, dass der frische Duft dieser Zitrusfrucht helfen kann, zumindest für einen Moment das Schweregefühl zu lindern, das mit der Übelkeit einhergeht. Es geht nicht darum, sie zu essen oder das ganze Auto zu parfümieren, sondern sie als kurzen Reiz einzusetzen, wenn sich die Reisekrankheit anzukündigen beginnt.
Warum könnte das funktionieren?
Hier sind die Gründe, warum dies als gelegentliche Unterstützung funktionieren könnte:
- Es regt den Geruchssinn schnell an: Düfte gelangen schnell ins Riechsystem und stehen mit Bereichen des Gehirns in Verbindung, die an Emotionen, Gedächtnis und körperlichen Reaktionen beteiligt sind. Deshalb kann ein frischer, intensiver und vertrauter Geruch unmittelbar beeinflussen, wie wir das Unwohlsein wahrnehmen.
- Es wirkt als sensorische Ablenkung: Wenn Übelkeit einsetzt, konzentriert sich das Gehirn stark auf dieses Gefühl. Der Zitrusduft der Zitrone bringt einen weiteren Reiz ins Spiel: Er ist frisch, vertraut und unterscheidet sich von den üblichen Gerüchen im Auto, etwa Essen, aufgeheizter Innenausstattung, Benzin oder starken Lufterfrischern.
- Es kann helfen, langsamer zu atmen: Beim Riechen an einer Zitrone legt man fast unbewusst eine kurze Pause ein und atmet anders. Diese langsamere Atmung beseitigt die Reisekrankheit zwar nicht, kann aber den ersten Moment der Beklemmung mildern.
- Es sorgt für ein Gefühl der Frische: In einem geschlossenen Auto, bei Hitze oder wenn noch viele Stunden Fahrt vor einem liegen, kann ein frischer Geruch angenehmer sein als andere Reize. Für manche Menschen trägt dieses Frischegefühl dazu bei, dass die Übelkeit weniger intensiv wahrgenommen wird.
- Es verwandelt das Unwohlsein in eine konkrete Handlung: Etwas Einfaches tun zu können – den Behälter öffnen, die Zitrone an die Nase halten, einatmen und ein paar Sekunden warten – kann beruhigend wirken, weil es ein kleines Gefühl der Kontrolle vermittelt.
So nutzt du eine Zitrone, wenn dir im Auto schwindelig wird
Am praktischsten ist es, eine halbe Zitrone, ein paar Scheiben oder ein Stück frisch abgeschnittene Schale in einem kleinen, gut verschließbaren Behälter mitzunehmen. Es geht nicht darum, sie zu essen oder das ganze Auto zu parfümieren, sondern darum, ihren Duft gezielt einzusetzen, sobald die ersten Symptome auftreten.
Man sollte den Behälter erst öffnen, wenn das Unwohlsein einsetzt, ihn für einige Sekunden an die Nase halten, ohne ihn zu nah ans Gesicht zu bringen, langsam einatmen und ihn dann wieder verschließen. Sollte der Geruch unangenehm sein, sollte man es besser nicht weiter versuchen: In einem geschlossenen, heißen Auto kann ein intensiver Duft in manchen Fällen die Übelkeit sogar noch verstärken.
Auch ätherische Öle sollten vermieden werden, insbesondere wenn Kinder mitfahren.
Zitrone beseitigt zwar nicht die Ursache der Reisekrankheit, kann aber als vorübergehende Hilfe dienen, wenn sich Übelkeit bemerkbar macht.
Weitere Tipps gegen Reisekrankheit im Auto
Eine Zitrone kann zwar in die Reisetasche gepackt werden, sollte aber nicht die einzige Maßnahme sein. Wenn jemand leicht reisekrank wird, ist es ratsam, sich schon vor den ersten Kurven auf die Fahrt vorzubereiten.
- Bildschirme, Bücher oder Spiele vermeiden, bei denen man nach unten schauen muss. Nach vorne oder auf einen festen Punkt draußen zu schauen, hilft meist mehr.
- Das Auto gut lüften: Hitze, stickige Luft und starke Gerüche können das Übelkeitsgefühl verstärken.
- Darauf achten, was man vor der Abfahrt isst: Sehr üppige, fettige oder zu süße Mahlzeiten sollte man besser vermeiden, auch wenn es nicht immer hilfreich ist, völlig nüchtern zu reisen.
- Etwas Einfaches zum Knabbern mitnehmen: Toast, Salzgebäck oder kleine trockene Häppchen können bei aufkommendem Unwohlsein leichter zu vertragen sein.
- Pausen machen, bevor die Reisekrankheit zunimmt: Ein paar Minuten aussteigen, herumlaufen, frische Luft atmen und in die Ferne schauen kann eine unangenehme Abwärtsspirale durchbrechen.
- Den Kopf so ruhig wie möglich halten: Ständiges Drehen, nach unten schauen oder häufige Haltungswechsel können das Unwohlsein verstärken.
- Das Nötigste griffbereit halten: Wasser, Servietten, Tüten und Wechselkleidung, wenn kleine Kinder mitreisen. Nicht, um zu dramatisieren, sondern weil die Reisekrankheit, wenn sie einsetzt, meist schnell zunimmt.
Zitrone kann helfen, ersetzt aber nicht andere Pflegemaßnahmen
Das Riechen von Zitrone kann manchen Menschen helfen, wenn Übelkeit aufkommt, ist jedoch kein todsicheres Mittel gegen Reisekrankheit im Auto. Der Nutzen liegt in der Einfachheit: Es sorgt für einen frischen Duft, lenkt für einen Moment von den Beschwerden ab und kann dabei helfen, ruhiger zu atmen.
Wenn die Reisekrankheit stark ausgeprägt ist, häufig auftritt oder immer mit Erbrechen endet, sollte man vor der Reise einen Kinderarzt, einen Arzt oder einen Apotheker konsultieren. In allen anderen Fällen kann die Zitrone zusammen mit Wasser, Salzgebäck und Servietten in die Reisetasche gepackt werden: Sie wird zwar nicht jede Fahrt retten, kann aber manche erträglicher machen.
Hast du diesen Trick gegen Reisekrankheit schon einmal ausprobiert?
Hilft dir das oder hast du ein anderes Mittel gegen Reisekrankheit? Erzähl uns in den Kommentaren, was du tust, wenn dir unterwegs übel wird. Deine Erfahrungen können anderen Lesern sicher vor ihrer nächsten Reise helfen.
Patricia González
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