„Ohne Zuckerzusatz“? Was in Kindersnacks trotzdem steckt
Thursday 17 September 2026 10:30 - Vincent Sabourdy
Ein Marktcheck der Verbraucherzentralen vom 10. September 2026 hat in sechs Drogeriemärkten mehr als 1.430 als Kindersnacks vermarktete Produkte erfasst. Besonders häufig waren Quetschies, gepuffte Getreidesnacks, Frucht- und Getreideriegel sowie Kekse und Waffeln. Viele Produkte enthielten dabei relevante Mengen Zucker oder Salz.
Der wichtigste Einkaufs-Trick ist deshalb nicht die Werbeaussage auf der Vorderseite, sondern der Blick auf Zutatenliste und Nährwerttabelle.
„Ohne Zuckerzusatz“ heißt nicht „zuckerfrei“
Die beiden Aussagen sind rechtlich nicht dasselbe.
„Zuckerfrei“ darf ein Produkt nur genannt werden, wenn es höchstens 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter enthält. „Ohne Zuckerzusatz“ bedeutet dagegen, dass keine Mono- oder Disaccharide und keine anderen Lebensmittel wegen ihrer süßenden Wirkung zugesetzt wurden.
Enthält das Produkt von Natur aus Zucker – etwa aus Obst oder Milchbestandteilen –, kann die Nährwerttabelle trotzdem einen deutlich höheren Zuckerwert zeigen. Ein Snack kann also „ohne Zuckerzusatz“ sein und dennoch mehrere Gramm Zucker enthalten.
„Zuckerfrei“ darf ein Produkt nur genannt werden, wenn es höchstens 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm beziehungsweise 100 Milliliter enthält. „Ohne Zuckerzusatz“ bedeutet dagegen, dass keine Mono- oder Disaccharide und keine anderen Lebensmittel wegen ihrer süßenden Wirkung zugesetzt wurden.
Enthält das Produkt von Natur aus Zucker – etwa aus Obst oder Milchbestandteilen –, kann die Nährwerttabelle trotzdem einen deutlich höheren Zuckerwert zeigen. Ein Snack kann also „ohne Zuckerzusatz“ sein und dennoch mehrere Gramm Zucker enthalten.
Datteln, Honig und Saftkonzentrat bleiben Zuckerquellen
Ob Zucker aus Haushaltszucker, Honig, Datteln, Trockenfrüchten oder Fruchtsaftkonzentrat stammt, ändert nichts daran, dass er zum gesamten Zuckergehalt des Produkts beitragen kann.
Gerade bei Riegeln lohnt sich deshalb die Zutatenliste: Datteln, Feigen, Honig, Fruchtsaft oder konzentrierte Fruchtsäfte können viel Süße liefern, auch wenn vorne auf der Packung kein klassischer Zuckerwürfel abgebildet ist.
Wichtig ist die rechtliche Feinheit: Wird eine Zutat ausdrücklich wegen ihrer süßenden Wirkung zugesetzt, ist die Angabe „ohne Zuckerzusatz“ nach EU-Recht nicht zulässig. Für den Einkauf bleibt trotzdem entscheidend: Herkunft und Werbesprache ersetzen nicht den Blick auf die tatsächliche Zuckermenge.
Gerade bei Riegeln lohnt sich deshalb die Zutatenliste: Datteln, Feigen, Honig, Fruchtsaft oder konzentrierte Fruchtsäfte können viel Süße liefern, auch wenn vorne auf der Packung kein klassischer Zuckerwürfel abgebildet ist.
Wichtig ist die rechtliche Feinheit: Wird eine Zutat ausdrücklich wegen ihrer süßenden Wirkung zugesetzt, ist die Angabe „ohne Zuckerzusatz“ nach EU-Recht nicht zulässig. Für den Einkauf bleibt trotzdem entscheidend: Herkunft und Werbesprache ersetzen nicht den Blick auf die tatsächliche Zuckermenge.
So lesen Sie die Zeile „davon Zucker“ richtig
In der Nährwerttabelle steht unter „Kohlenhydrate“ die Zeile „davon Zucker“. Sie zeigt die Gesamtmenge der im Lebensmittel enthaltenen Zuckerarten – unabhängig davon, ob sie natürlicherweise aus Zutaten stammen oder zugesetzt wurden.
Vergleichen Sie am besten die Angaben pro 100 Gramm oder 100 Milliliter. So lassen sich zwei Produkte direkt gegenüberstellen, auch wenn die Portionsgrößen unterschiedlich sind. Schauen Sie zusätzlich auf „Salz“ und auf die Zutatenliste: Dort stehen die Zutaten grundsätzlich in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils.
Je weiter vorne süßende Zutaten auftauchen und je höher „davon Zucker“ ausfällt, desto weniger sollte man sich von einer gesund klingenden Vorderseite leiten lassen.
Vergleichen Sie am besten die Angaben pro 100 Gramm oder 100 Milliliter. So lassen sich zwei Produkte direkt gegenüberstellen, auch wenn die Portionsgrößen unterschiedlich sind. Schauen Sie zusätzlich auf „Salz“ und auf die Zutatenliste: Dort stehen die Zutaten grundsätzlich in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils.
Je weiter vorne süßende Zutaten auftauchen und je höher „davon Zucker“ ausfällt, desto weniger sollte man sich von einer gesund klingenden Vorderseite leiten lassen.
Warum Quetschies oft weniger sättigen als ganzes Obst
Quetschies machten im Marktcheck rund 40 Prozent des erfassten Angebots aus. Das Problem ist nicht das Obst an sich, sondern die Darreichungsform.
Fruchtpüree lässt sich schnell aus dem Beutel saugen. Kauen fällt weitgehend weg, die Portion wird in kurzer Zeit gegessen und die konzentrierte Form kann mehr Zucker pro Snack liefern, als ein Kind mit einer vergleichbaren Zwischenmahlzeit aus frischem Obst aufnehmen würde. Die Verbraucherzentralen weisen außerdem darauf hin, dass Quetschies weniger sättigen können als frisches Obst.
Für den Alltag ist ein Stück Obst deshalb meist die einfachere Wahl: Es braucht mehr Kauarbeit, hat Struktur und macht die Portion sichtbar.
Fruchtpüree lässt sich schnell aus dem Beutel saugen. Kauen fällt weitgehend weg, die Portion wird in kurzer Zeit gegessen und die konzentrierte Form kann mehr Zucker pro Snack liefern, als ein Kind mit einer vergleichbaren Zwischenmahlzeit aus frischem Obst aufnehmen würde. Die Verbraucherzentralen weisen außerdem darauf hin, dass Quetschies weniger sättigen können als frisches Obst.
Für den Alltag ist ein Stück Obst deshalb meist die einfachere Wahl: Es braucht mehr Kauarbeit, hat Struktur und macht die Portion sichtbar.
Drei einfache Alternativen für die Zwischenmahlzeit
Ein guter Kindersnack muss kein Spezialprodukt aus dem Kinderregal sein.
Eine einfache erste Option ist frisches Obst in altersgerechten Stücken. Für etwas Knuspriges können selbstgemachte Apfelchips eine Alternative sein. Gemüse-Sticks lassen sich mit einem milden Dip kombinieren; bei jüngeren Kindern müssen Form und Konsistenz immer altersgerecht sein. Und wenn es etwas Sättigenderes sein soll, können kleine Bananenpfannkuchen ohne zugesetzten Zucker vorbereitet werden.
Eine einfache erste Option ist frisches Obst in altersgerechten Stücken. Für etwas Knuspriges können selbstgemachte Apfelchips eine Alternative sein. Gemüse-Sticks lassen sich mit einem milden Dip kombinieren; bei jüngeren Kindern müssen Form und Konsistenz immer altersgerecht sein. Und wenn es etwas Sättigenderes sein soll, können kleine Bananenpfannkuchen ohne zugesetzten Zucker vorbereitet werden.
Der 30-Sekunden-Check im Drogeriemarkt
1. Vorderseite kurz ignorieren: Begriffe wie „für Kinder“, „natursüß“ oder „ohne Zuckerzusatz“ sind kein Gesamturteil über das Produkt.
2. „Davon Zucker“ pro 100 g prüfen: Damit lassen sich ähnliche Produkte am einfachsten vergleichen.
3. Salz ansehen: Auch herzhafte Kinderknabbereien können überraschend salzig sein.
4. Zutatenliste lesen: Achten Sie auf mehrere süßende Zutaten und darauf, wie weit vorne sie stehen.
5. Gegen die einfache Alternative abwägen: Obst, Gemüse, Vollkornbrot oder ein selbstgemachter Snack sind häufig günstiger, transparenter und genauso praktisch vorbereitbar.
2. „Davon Zucker“ pro 100 g prüfen: Damit lassen sich ähnliche Produkte am einfachsten vergleichen.
3. Salz ansehen: Auch herzhafte Kinderknabbereien können überraschend salzig sein.
4. Zutatenliste lesen: Achten Sie auf mehrere süßende Zutaten und darauf, wie weit vorne sie stehen.
5. Gegen die einfache Alternative abwägen: Obst, Gemüse, Vollkornbrot oder ein selbstgemachter Snack sind häufig günstiger, transparenter und genauso praktisch vorbereitbar.
Vincent SabourdyIch bin Mitbegründerin und Verlagsleiterin von Petitchef und habe eine große Leidenschaft für das Kochen und das Internet.
Ich mache die besten Crêpes auf der Straße.
Ich liebe zugängliche Rezepte, praktische Ratschläge und kulinarische Neuigkeiten.
Mein Ziel: die bestmögliche kulinarische Website anzubieten, um das Kochen zu einem angenehmen und gemeinsamen Erlebnis zu machen.
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