Gewitter und Stromausfall: Was sollte man im Kühlschrank aufbewahren und was wegwerfen?

Thursday 6 August 2026 09:00 - Adèle Peyches
Gewitter und Stromausfall: Was sollte man im Kühlschrank aufbewahren und was wegwerfen?

Ein heftiges Gewitter, der Strom fällt aus, und schon stellt sich sofort die Frage: Was machen wir mit dem Kühlschrank?

Wenn der Stromausfall nur ein paar Minuten dauert, muss man in der Regel keine große Auswahl treffen. Aber wenn er länger andauert, vor allem mitten im Sommer, können die empfindlichsten Lebensmittel ihre Sicherheitszone verlassen. Und da reichen die Nase oder ein kleiner Bissen nicht aus, um zu entscheiden.

Die richtige Vorgehensweise ist ganz einfach: Man lässt die Türen geschlossen, wartet auf die Wiederherstellung der Stromversorgung, überprüft nach Möglichkeit die Temperatur und sortiert dann nach Lebensmittelgruppen. Hier ist die Checkliste, um zu wissen, was man behalten, was man schnell zubereiten und was man nach einem Stromausfall ohne zu zögern wegwerfen sollte.


Der erste Reflex: Den Kühlschrank nicht alle fünf Minuten öffnen

Bei einem Stromausfall wird der Kühlschrank zu einer geschlossenen Kühlbox. Je öfter Sie die Tür öffnen, desto mehr warme Luft dringt ein und desto schneller steigt die Temperatur an.

Die erste Maßnahme ist also ganz einfach: Öffnen Sie den Kühlschrank nicht, solange Sie nicht etwas Unverzichtbares überprüfen oder herausholen müssen. Das Gleiche gilt für den Gefrierschrank: Bei geschlossener Tür hält er die Kälte besser.

Vermeiden Sie es auch nach der Wiederherstellung der Stromversorgung, die Türen sofort weit zu öffnen, um alles zu überprüfen. Lassen Sie das Gerät erst wieder auf Temperatur kommen und sortieren Sie dann in Ruhe aus. Wenn Sie ein Kühlschrankthermometer haben, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, es zu benutzen. Die ANSES weist darauf hin, dass Kälte dazu dient, das Wachstum von Mikroorganismen zu verlangsamen und Lebensmittelvergiftungen einzudämmen. Kurz gesagt: Wenn die Kälte nicht mehr ausreicht, stellen bestimmte Lebensmittel ein erhöhtes Risiko dar, auch wenn sie nicht schlecht riechen.

Die Regel, die man sich merken sollte: Man probiert nicht, um herauszufinden, ob es noch gut ist.

Es ist verlockend: einen Joghurt zu öffnen, an Fleisch zu riechen, einen Löffel eines Fertiggerichts zu probieren. Aber das ist keine gute Methode.

Ein Lebensmittel kann normal aussehen und trotzdem ein Risiko darstellen. Bakterien oder Giftstoffe sind nicht immer sichtbar, verändern nicht unbedingt den Geruch und schmecken nicht immer verdächtig. Nach einem längeren Stromausfall lautet die richtige Frage nicht: „Riecht es gut?“, sondern vielmehr: Wie lange war das Lebensmittel ausreichend lange nicht gekühlt? Und welche Temperatur zeigt das Gerät an?

Wenn Sie keine Ahnung haben, wie lange die Kühlunterbrechung gedauert hat, wenn sich der Kühlschrank warm anfühlt, wenn empfindliche Lebensmittel lauwarm sind oder wenn Sie Zweifel bezüglich Fleisch, Fisch, Resten oder einer selbst zubereiteten Speise haben, lautet die vorsichtigste Antwort oft: wegwerfen. Das ist nie angenehm, aber eine Lebensmittelvergiftung ist es noch weniger.

Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte: Die Lebensmittel, auf die man besonders achten sollte

Diese Lebensmittel sollten Sie als Erstes überprüfen. Rohes Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchte, Wurstbrät, Carpaccio, Tartar, marinierte Spieße: All diese Produkte reagieren sehr empfindlich auf eine Unterbrechung der Kühlkette.

Wenn der Stromausfall nur kurz war, die Tür geschlossen blieb und der Kühlschrank noch gut gekühlt ist, können sie manchmal noch verzehrt werden. Hat der Stromausfall jedoch länger gedauert, ist die Temperatur deutlich angestiegen oder fühlt sich die Verpackung lauwarm an, sollte man kein Risiko eingehen.

Bei noch kalten, aber empfindlichen Produkten besteht die Möglichkeit, diese sofort zuzubereiten und rasch zu verzehren. Dies gilt jedoch nicht für Produkte, die zu lange bei zu hohen Temperaturen gelagert wurden. Und vor allem: Legen Sie Fleisch oder Fisch, das während des Stromausfalls aufgetaut ist, nicht wieder in den Gefrierschrank.

Milchprodukte, Frischkäse, Milchdesserts: Vorsicht bei bereits geöffneten Produkten

Angefangene Milchprodukte, geöffnete Dessertcremes, Frischkäse, Faisselle, Ricotta, Mascarpone, geöffnete flüssige Cremes und Zubereitungen auf Milchbasis sind mit Vorsicht zu behandeln.

Ein ungeöffneter und gut gekühlter Joghurt stellt ein geringeres Problem dar als ein bereits geöffneter Becher, eine hausgemachte Sahnesauce oder ein Milchdessert, das oben im Kühlschrank vergessen wurde. Das Merkblatt zu Vorsichtsmaßnahmen bei Stromausfall unterscheidet übrigens zwischen besonders empfindlichen Lebensmitteln wie Frischkäse und Weichkäse und Produkten, die besser haltbar sind.

In der Praxis gilt: Was geöffnet, empfindlich oder sehr feucht ist, muss vorrangig überprüft werden. Was noch verschlossen, gut gekühlt und in einem geschlossenen Kühlschrank aufbewahrt wurde, lässt sich leichter aufbewahren – allerdings nur, wenn die Temperatur wieder normal ist.

Fertiggerichte, Essensreste und selbst zubereitete Speisen: Bewahren Sie diese nicht „für alle Fälle“ auf

Nudelreste, gekochter Reis, Gratins, Quiches, hausgemachte Soßen, Gerichte in luftdichten Behältern, gemischte Salate mit Mayonnaise, geschälte hartgekochte Eier sowie Fleisch- oder Fischzubereitungen sind praktisch … aber empfindlich.

Nach einem Stromausfall werfen gerade diese Lebensmittel oft die meisten Fragen auf. Warum? Weil sie bereits gekocht, angefasst, abgekühlt und manchmal mehrmals geöffnet wurden. Wenn die Temperatur im Kühlschrank gestiegen ist, können diese Lebensmittel schneller zu einem Risiko werden als ein noch verschlossenes Fertigprodukt.

Die richtige Ptitchef-Regel: Wenn das Gericht gut gekühlt geblieben ist, nicht schon älter ist und Sie es sehr schnell verzehren können, können Sie es mit Vorsicht aufbewahren. Ist das Gericht lauwarm, enthält es Sahne, Fisch, Fleisch, Eier oder eine hausgemachte Soße, oder wissen Sie nicht, wie lange der Stromausfall gedauert hat, sollten Sie es besser nicht für den nächsten Tag aufbewahren.

Gewürze, Marmeladen, Fertigsaucen: Nicht alles muss weggeworfen werden

Gute Nachricht: Der gesamte Inhalt des Kühlschranks ist nicht unbedingt verloren.

Sehr süße, sehr salzige, saure oder industriell hergestellte Produkte vertragen einen Stromausfall oft besser. Dazu gehören Marmeladen, Gewürzgurken, Senf, bestimmte Ketchups, ungeöffnete oder wenig empfindliche Fertigsaucen, Oliven im Glas, Kapern, Chutneys, Getränke sowie verschlossene Früchte in Sirup.

Vorsicht ist jedoch bei geöffneten Saucen auf der Basis von Eiern, Sahne oder frischen Zutaten geboten. Eine ungeöffnete oder ordnungsgemäß gelagerte Fertigmayonnaise ist nicht dasselbe wie eine hausgemachte Mayonnaise oder eine frische Sauce, die am Vortag zubereitet wurde.

Der richtige Reflex: Achten Sie auf die Art des Produkts, ob es geöffnet oder verschlossen ist, und auf seinen Platz im Kühlschrank. Ein gut verschlossener Behälter ganz hinten in einem durchgehend kalten Kühlschrank ist nicht mit einer frischen, geöffneten Soße in der Kühlschranktür zu vergleichen.

Obst und Gemüse: Sie sind widerstandsfähiger, aber nicht alle in gleicher Weise

Ganze Obst- und Gemüsesorten sind in der Regel weniger empfindlich als Fleisch oder ein geöffneter Joghurt. Zucchini, Möhren, Äpfel, Tomaten, ganze Melonen, Paprika oder Auberginen können oft noch aufbewahrt werden, sofern das Aufschneiden nicht zu einer übermäßigen Erwärmung im Kühlschrank geführt hat.

Dagegen sind geschnittenes Obst, gewaschenes und geschnittenes Rohkostgemüse, geöffnete Salatpackungen, gemischte Salate oder gekochtes Gemüse empfindlicher. Eine ganze Wassermelone stellt nicht dasselbe Problem dar wie eine Schüssel mit bereits geschnittener Wassermelone. Eine ganze Möhre verhält sich anders als ein gewürzter geriebener Möhrensalat.

Wenn das geschnittene Obst oder Gemüse kalt geblieben ist, sollten Sie es schnell verzehren. Sind sie lauwarm, weich, schleimig oder liegen sie nach längerer Lagerung im eigenen Saft, sollten Sie sie besser wegwerfen.

Gefrierschrank: Achten Sie vor allem darauf, ob die Lebensmittel aufgetaut sind

Der Gefrierschrank hält die Kälte besser als ein Kühlschrank, vor allem wenn er voll ist und die Tür geschlossen blieb. Dem konsultierten Hygiene-Merkblatt zufolge kann ein voller Gefrierschrank etwa 48 Stunden lang kalt bleiben. Diese Angabe hängt jedoch vom Gerät, seiner Füllmenge, der Raumtemperatur und der Anzahl der Türöffnungen ab.

Überprüfen Sie nach dem Stromausfall den Zustand der Lebensmittel. Sind sie noch steinhart oder weisen sie Eiskristalle auf, ist das eher beruhigend. Haben sie sich aufgetaut, sieht die Sache anders aus.

In der Praxis gilt: Aufgetaute Lebensmittel sollten nicht in diesem Zustand wieder eingefroren werden. Wenn sie ausreichend kalt geblieben sind, können sie manchmal schnell zubereitet und dann sofort verzehrt werden. Seien Sie jedoch besonders vorsichtig bei Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchten und Fertiggerichten. Wenn das Produkt lauwarm ist, wenn überall Saft ausgelaufen ist oder wenn Sie Zweifel haben, werfen Sie es weg.

Die kurze Checkliste nach einem Stromausfall

1. Während des Stromausfalls: Halten Sie Kühlschrank und Gefrierschrank geschlossen.

2. Wenn der Strom wieder da ist: Lassen Sie das Gerät erst wieder auf Normaltemperatur abkühlen, bevor Sie es für längere Zeit öffnen.

3. Überprüfen Sie: die Temperatur im Kühlschrank, den Zustand der Lebensmittel, die Verpackungen, angebrochene Produkte und lauwarme Lebensmittel.

4. Entsorgen Sie vorrangig: Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Fertiggerichte, hausgemachte Soßen, angebrochene Milchprodukte sowie Zubereitungen auf Eibasis, wenn der Stromausfall länger gedauert hat oder die Lebensmittel nicht mehr gekühlt sind.

5. Besser aufbewahren: ganze Obst- und Gemüsestücke, Gewürze, Marmeladen, Hartkäse, ungeöffnete Produkte, die kühl geblieben sind.

6. Probieren Sie niemals: Das ist kein Sicherheitstest.

7. Im Zweifelsfall: Es ist besser, ein leicht verderbliches Lebensmittel wegzuwerfen, als ein Risiko einzugehen.

Adèle PeychesAdèle Peyches
Redaktionsleiterin, die es kaum erwarten kann, im Winter Fondue zu essen! Leidenschaftlich für Gastronomie und immer auf der Suche nach neuen kulinarischen Schätzen, habe ich zunächst Jura studiert, bevor ich zu meiner ersten Liebe zurückkehrte: dem Geschmack guter Produkte und der Freude am gemeinsamen Essen :)

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