Was ist Halal? Bedeutung, Regeln und Unterschiede in der Zeit des Ramadan (und warum wir immer mehr darüber sprechen)

Freitag 20 Februar 2026 10:00 - Daniele Mainieri
Was ist Halal? Bedeutung, Regeln und Unterschiede in der Zeit des Ramadan (und warum wir immer mehr darüber sprechen)

Mit dem Beginn des Ramadan, des heiligen Monats für Muslime, wächst die Aufmerksamkeit für alles, was mit dem Begriff Halal zu tun hat. Aber was bedeutet Halal wirklich? Ist es nur eine religiöse Frage oder hat es auch etwas mit Lebensmittelqualität, Lebensmittelsicherheit und ethischen Entscheidungen zu tun?

Wenn Sie sich diese Frage schon einmal vor einem Etikett oder an der Metzgertheke gestellt haben, sind Sie hier richtig. Denn zu verstehen, was Halal heute bedeutet, ist nicht nur eine kulturelle Kuriosität: Es ist ein Schlüssel, um den globalen Lebensmittelmarkt besser zu verstehen, der sich auch in Italien schnell verändert.


Was Halal bedeutet: die richtige Bedeutung (jenseits der Übersetzung)

Das Wort halal bedeutet im Arabischen wörtlich "rechtmäßig", "erlaubt". Im islamischen Kontext bedeutet es alles, was mit den Vorschriften des koranischen Gesetzes, der Scharia, übereinstimmt. Wenn von halal-Lebensmitteln die Rede ist, sind damit Lebensmittel gemeint, die von Muslimen nach genauen religiösen Regeln verzehrt werden dürfen. Das Gegenteil von halal ist haram, also "verboten".

Aber Achtung: Halal bezieht sich nicht nur auf Fleisch. Es kann auch Folgendes umfassen:

  • Getränke
  • Verarbeitete Zutaten
  • Lebensmittelzusatzstoffe
  • Kosmetika
  • Nahrungsergänzungsmittel

Das bedeutet, dass die Halal-Zertifizierung die gesamte Produktionskette umfasst und nicht nur die Hauptzutat.

Halal-Fleisch: Was ändert sich wirklich?

Einer der bekanntesten Aspekte betrifft das Halal-Schlachten. Die Regeln schreiben vor, dass:

  • Das Tier ist zum Zeitpunkt der Schlachtung gesund.
  • Eine religiöse Beschwörung wird ausgesprochen.
  • Das Ausbluten ist vollständig.
  • Es werden keine Methoden angewandt, die den islamischen Geboten widersprechen.

Dieser Vorgang wird dhabiha genannt.

Für viele muslimische Verbraucher ist die Einhaltung dieser Regeln nicht nur eine spirituelle Angelegenheit, sondern auch eine Frage des Vertrauens und der Transparenz. Und genau hier kommt die Zertifizierung ins Spiel.


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Halal-Zertifizierung: Warum ist sie so wichtig?

Es reicht nicht aus, dass ein Produkt "schweinefleischfrei" ist, um halal zu sein. Es braucht eine offizielle Halal-Zertifizierung, die von anerkannten Stellen ausgestellt wird.

Diese Zertifizierung bestätigt, dass:

  • Die Zutaten sind rechtmäßig.
  • Es gibt keine Verunreinigung mit haramen Substanzen
  • Die Produktionsverfahren sind konform.

Auf dem globalen Markt ist die Halal-Zertifizierung zu einem echten strategischen Vorteil geworden. Wir sprechen hier von einem milliardenschweren Sektor, der jedes Jahr wächst, auch in Europa. Immer mehr europäische Unternehmen stellen sich darauf ein, nicht nur aus religiösen Gründen, sondern auch, um eine Öffentlichkeit abzufangen, die auf Rückverfolgbarkeit und Qualität achtet.

Ist Halal ein Synonym für Qualität?

Hier wird die Frage interessant.

Viele assoziieren mit dem Halal-Konzept eine verstärkte Konzentration auf Sauberkeit, Sicherheit und Kontrolle der Lieferkette. Das ist zum Teil richtig: Die Zertifizierung impliziert strenge Kontrollen und Standards. Halal bedeutet jedoch nicht automatisch "gesünder" oder "nahrhafter". Es ist lediglich ein Hinweis auf religiöse Konformität.

Aber es gibt einen starken psychologischen Effekt: Wenn ein Produkt zertifiziert ist, wird es als kontrollierter und damit zuverlässiger wahrgenommen. Dies ist ein klassischer Vertrauensmechanismus, der die Kaufentscheidungen beeinflusst, auch von Nicht-Muslimen.

Was nicht halal ist: Verbotene Lebensmittel

Um wirklich zu verstehen, was halal bedeutet, ist es auch nützlich zu wissen, was als haram gilt.

Verbotene Lebensmittel sind unter anderem:

  • Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte
  • Alkohol und alkoholische Getränke
  • Blut
  • Tiere, die vor der rituellen Schlachtung gestorben sind
  • Zutaten, die aus nicht legalen Quellen stammen (z. B. nicht zertifizierte Gelees)

Und genau hier werden viele verarbeitete Produkte zur "Grauzone". Gelees, Enzyme, Aromen: Es ist nicht immer leicht, die Herkunft zu erkennen.

Deshalb ist die Angabe "halal" auf dem Etikett für diejenigen, die sich streng an diese Gebote halten, so wichtig.

Halal während des Ramadan: Was ändert sich wirklich?

Im Ramadan, wenn man vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang fastet, wird das Konzept der Halal-Lebensmittel noch zentraler. Beim Iftar, dem Abendessen, mit dem das Fasten gebrochen wird, ist die Auswahl der Lebensmittel bewusster: Qualität, Herkunft und religiöse Konformität zählen mehr denn je. Das Essen wird zu einem Moment des Austauschs und der Identität, nicht nur der Ernährung. Es ist kein Zufall, dass die Nachfrage nach Halal-zertifizierten Produkten in Supermärkten und Restaurants, auch in nicht-ethnischen, zu dieser Zeit steigt.

Daniele MainieriDaniele Mainieri
Jeden Tag tauche ich in die Welt des Kochens ein und suche nach neuen Rezepten und Geschmacksrichtungen, die ich teilen kann: von Omas Gericht bis hin zu den neusten Food-Trends. Ich arbeite seit über 10 Jahren in der Lebensmittelkommunikation!

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