Kann Hojicha den Matcha vom Thron stoßen? Der geröstete japanische Tee, der gerade voll im Trend liegt!

Donnerstag 23 Juli 2026 09:20 - Adèle Peyches
Kann Hojicha den Matcha vom Thron stoßen? Der geröstete japanische Tee, der gerade voll im Trend liegt!
Matcha schien das Rennen gemacht zu haben. In Cafés, Konditoreien, bei Eiskaffees und sogar bei hausgemachten Desserts ist seine hübsche grüne Farbe allgegenwärtig. Doch seit einiger Zeit macht ein anderer japanischer Tee auf sich aufmerksam: Hojicha.

Weniger pflanzlich, milder, mit Röstnoten, die fast an Karamell oder Haselnuss erinnern – er weckt Neugier und begeistert zugleich. Ist er also nur eine Modeerscheinung oder eine echte Alternative für alle, denen Matcha etwas zu intensiv ist?

Was genau ist Hojicha?

Hojicha ist ein japanischer Grüntee, der geröstet wurde. Durch diesen Röstvorgang verändern sich Farbe, Duft und Geschmack. Während ein klassischer Grüntee eher pflanzlich, frisch und manchmal leicht bitter schmeckt, wird Hojicha runder, röstiger und milder.

Er ist sowohl als Blatttee erhältlich, der wie ein klassischer Tee aufgegossen wird, als auch in Pulverform, wodurch man ihn als Latte oder Eistee zubereiten oder in Desserts verwenden kann. Diese Pulverform erklärt auch, warum er oft mit Matcha verglichen wird: Man kann ihn aufschäumen, mit Milch vermischen und mit Eiswürfeln in einem sehr fotogenen Glas servieren.

Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass Matcha für seinen pflanzlichen Geschmack und seine intensive grüne Farbe bekannt ist, während Hojicha auf einen gerösteten, eher braunen, fast schon wohltuenden Geschmack setzt.

Warum steigt dieses Getränk nach oben?

Der Hojicha kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Matcha hat sich zwar bereits gut etabliert, aber nicht jeder mag seinen sehr pflanzlichen Geschmack. Manche finden ihn zu bitter, zu sehr nach „frischem Gras“ oder zu intensiv. Der Hojicha hingegen bietet einen sanfteren Einstieg in die Welt der japanischen Tees.

Ein weiterer Vorteil ist sein im Vergleich zu Matcha oder Kaffee geringer Koffeingehalt, je nach Zubereitung. Das macht ihn zu einem interessanten Getränk für den Nachmittag, für koffeinsensitive Menschen oder für diejenigen, die einen milderen Latte als einen Eiskaffee bevorzugen. Man sollte ihn jedoch nicht als koffeinfreies Getränk darstellen: Er enthält zwar noch Koffein, aber in der Regel in moderateren Mengen.

Schließlich passt sein röstiger Geschmack sehr gut zu aktuellen Trends: Eiskaffee, Getränke mit pflanzlicher Milch, cremige Desserts, Eiscreme, neu interpretierte Tiramisu-Variationen oder japanisch angehauchte Backwaren. Optisch ist er weniger spektakulär als Matcha, aber oft schon beim ersten Schluck leichter zu genießen.

Hojicha oder Matcha: Welche geschmacklichen Unterschiede gibt es?

Matcha hat einen pflanzlichen Geschmack, der je nach Qualität und Zubereitung mal umami-artig, mal bitter sein kann. Er erinnert an frische Blätter, hat krautige Noten und eine gewisse Intensität. Das gefällt seinen Liebhabern sehr, kann aber auch diejenigen verwirren, die ihn zum ersten Mal probieren.

Hojicha hingegen ist viel runder im Geschmack. Durch das Rösten entstehen Noten von Haselnuss, geröstetem Getreide, leichtem Karamell oder Kakao. Er kann an einen sehr milden Kaffee erinnern, ohne jedoch genau so zu schmecken. Mit Milch schmeckt er besonders angenehm: weniger süß als eine heiße Schokolade, weniger bitter als ein Kaffee, origineller als ein klassischer Tee.

Kurz gesagt: Wenn Sie frische, grüne und intensive Getränke mögen, hat der Matcha die Nase vorn. Wenn Sie milde, geröstete und wohltuende Aromen bevorzugen, könnte Ihnen Hojicha gefallen.

Wie bereitet man zu Hause einen Hojicha-Latte zu?

Um einen Hojicha-Latte zuzubereiten, verwendet man am besten Hojicha-Pulver. Man vermischt einen kleinen Löffel Pulver mit etwas heißem Wasser und verrührt es mit einem Schneebesen, um Klümpchen zu vermeiden, und fügt dann je nach Jahreszeit warme oder kalte Milch hinzu. Im Sommer schmeckt die Variante mit Eiswürfeln besonders gut.

Am besten fängt man mit einer kleinen Menge an und passt die Menge dann an. Hojicha ist zwar milder als Matcha, doch sein Röstgeschmack kann sehr dominant werden, wenn man zu viel davon verwendet. Was die Milch angeht, passt er gut zu normaler Milch, aber auch zu pflanzlichen Getränken wie Hafer-, Mandel- oder Sojamilch.

Für eine besonders köstliche Variante kann man etwas Honig, Ahornsirup oder Vanille hinzufügen. Allerdings sollte man den Tee zunächst nicht zu stark süßen: Der Reiz des Hojicha liegt gerade in seiner Ausgewogenheit zwischen Süße, Röstnote und Leichtigkeit.

Kann man es in der Küche verwenden?

Ja, und das ist sogar einer der Gründe für seinen Erfolg. Hojicha-Pulver lässt sich leicht in Desserts integrieren: Cremes, Eiscreme, Panna Cotta, Kekse, Kuchen, Tiramisu oder Milchgetränke. Sein gerösteter Geschmack verleiht eine tiefere Note als ein einfaches Vanille- oder Kaffeearoma.

Er kann auch zum Aromatisieren von Kuchenteig, Schlagsahne, Milchreis oder Eiskaltgetränken verwendet werden. Da sein Geschmack weniger pflanzlich ist als der von Matcha, lässt er sich gut mit weißer Schokolade, Vanille, Milch, Haselnuss, Sesam, Birne oder Banane kombinieren.

Das Einzige, worauf man achten sollte, ist die Dosierung. Zu viel Hojicha kann einen trockenen oder zu stark gerösteten Eindruck hinterlassen. Am besten fängt man mit einer geringen Menge an, probiert und verstärkt die Dosierung dann bei Bedarf.

Wird Hojicha den Matcha wirklich ablösen?

Es ist wahrscheinlicher, dass Hojicha seinen Platz neben dem Matcha findet, als dass er dessen Platz einnimmt. Matcha ist optisch nach wie vor sehr präsent: Seine grüne Farbe zieht die Blicke auf sich, vor allem in Lattes, Desserts und in den sozialen Medien. Hojicha, der eher braun und unauffälliger ist, setzt mehr auf den Geschmack als auf die optische Wirkung.

Doch genau das macht ihn so interessant. Für alle, die ein weniger intensives, weniger krautiges und leichter zu trinkendes japanisches Getränk suchen, hat der geröstete japanische Tee echte Vorzüge. Er kann Liebhabern von mildem Kaffee, Schokolade, gerösteten Aromen oder wenig gesüßten Milchgetränken gefallen.

Die richtige Frage lautet also vielleicht nicht: „Wird Hojicha den Matcha vom Thron stoßen?“, sondern eher: „Ist Hojicha das nächste japanische Getränk, auf das man umsteigen sollte, wenn man mal eine Abwechslung zum Matcha sucht?“ Und hier lautet die Antwort ganz klar: Ja.
Adèle PeychesAdèle Peyches
Redaktionsleiterin, die es kaum erwarten kann, im Winter Fondue zu essen! Leidenschaftlich für Gastronomie und immer auf der Suche nach neuen kulinarischen Schätzen, habe ich zunächst Jura studiert, bevor ich zu meiner ersten Liebe zurückkehrte: dem Geschmack guter Produkte und der Freude am gemeinsamen Essen :)

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