Hast du gerade frische Steinpilze geputzt? Diese einfache Handlung solltest du vor dem Kochen unbedingt vermeiden
Frische Steinpilze verströmen diesen Waldduft, der sofort Lust auf Risotto, Tagliatelle oder in Butter und Zwiebeln angebratene Pilze macht. Doch bevor sie in die Pfanne kommen, gibt es einen Schritt, der den Unterschied ausmachen kann: Man muss sie putzen, ohne sie dabei mit Wasser zu durchnässen.
Erste Regel: Den Pilz genau betrachten
Betrachte den Hut, den Stiel und die Unterseite. Der Hut sollte fest sein, sich nicht schleimig anfühlen und keine zu ausgedehnten verdächtigen Flecken aufweisen. Der Stiel kann an der Basis Erdreste aufweisen, muss aber fest sein. Wenn du weiche, geschwärzte, eingedrückte Stellen oder offensichtliche Larvenbefall feststellst, müssen diese Teile entfernt und entsorgt werden.
Dieser Schritt dient auch dazu, zu entscheiden, wie man weiter vorgeht: Ein nur leicht verschmutzter Steinpilz erfordert nur wenig Aufwand; ein sehr erdiger benötigt mehr Aufmerksamkeit, aber kein Bad im Wasser. Die klassische Frage lautet: Darf man frische Steinpilze waschen? Das sollte man nach Möglichkeit vermeiden. Wasser sollte nur in geringem Maße verwendet werden, da die Pilze dazu neigen, es aufzunehmen und beim Garen an Aroma zu verlieren sowie matschig zu werden.
Wie entfernt man die Erde von den Steinpilzen, ohne sie zu beschädigen?
Die Erde sollte vorsichtig entfernt werden, beginnend am Stielansatz. Mit einem kleinen, gut gereinigten Messer kannst du nur den am stärksten verschmutzten Teil entfernen, indem du leicht abschabst, ohne zu tief einzuschneiden. Das Ziel ist nicht, den Pilz zu „schälen“, sondern Rückstände zu entfernen, die nicht auf den Teller gelangen sollen.
Für den Rest des Steinpilzes solltest du schonende Hilfsmittel wählen. Ein Küchenpinsel, eine weiche, ausschließlich für Lebensmittel bestimmte Bürste oder ein leicht angefeuchtetes Tuch reichen in den meisten Fällen aus. Die Bewegung muss sanft sein, vor allem am Hut, der leicht Kratzer davontragen kann.
Hier ist eine einfache Anleitung:
- Überprüfe den ganzen Steinpilz, ohne ihn sofort zu zerschneiden.
- Entferne die Erde am Stielansatz mit einem kleinen Messer.
- Bürste Hut und Stiel mit sanften Bewegungen ab.
- Wischen Sie nur dort mit einem leicht angefeuchteten Tuch nach, wo sich hartnäckiger Schmutz befindet.
- Entferne beschädigte, weiche oder zu dunkle Stellen.
- Schneide die Steinpilze erst nach dem Putzen, damit sie weniger Feuchtigkeit aufnehmen.
Der Trick ist, sich Zeit zu lassen: Ein gut gereinigter Steinpilz behält sein Aroma, seine Konsistenz und jenen vollen Geschmack, der ihn in Herbstgerichten so beliebt macht.
Pinsel oder Tuch: Was sollte man wann verwenden?
Ein feuchtes Tuch sollte hingegen verwendet werden, wenn die Erde hartnäckiger ist. Das Stichwort lautet „feucht“, nicht „nass“. Wringe das Tuch gut aus und wische nur an den notwendigen Stellen darüber. Tupfe anschließend mit Küchenpapier oder einem trockenen Tuch nach, um überschüssige Feuchtigkeit zu entfernen.
Viele fragen sich: Wie reinigt man stark verschmutzte Steinpilze? Wenn sie mit Erde bedeckt sind, gehe in mehreren Schritten vor: zuerst mit einem kleinen Messer am Stielansatz, dann mit einer Bürste und schließlich mit einem Tuch. Sollte sich eine Stelle wirklich nicht reinigen lassen, ist es besser, einen kleinen Teil mit dem Messer zu entfernen, als den gesamten Pilz in Wasser einzutauchen. So vermeidest du, dass die Steinpilze wässrig werden, weniger aromatisch sind und sich schwerer anbraten lassen.
Die beschädigten Teile müssen getrennt werden
Dieser Schritt ist auch für das Ergebnis in der Küche wichtig. Die beschädigten Teile können unangenehme Gerüche, eine weiche Konsistenz und einen weniger reinen Geschmack haben. Durch das Aussortieren kann man nur den besten Teil des Pilzes verwenden und ausgewogenere Gerichte zubereiten.
Ist der Steinpilz stark beschädigt, riecht er unangenehm oder sieht verdorben aus, sollte man ihn besser nicht verzehren. Die Zubereitung beginnt immer mit einem gesunden Rohstoff: Bei Pilzen gilt diese Regel doppelt.
Achtung: Reinigen bedeutet nicht, die Genießbarkeit zu bestätigen
Bei privat gesammelten Pilzen reicht es nicht aus, Fotos im Internet zu vergleichen, einen Bekannten zu fragen oder sich auf das Aussehen zu verlassen. In Italien gibt es die mykologischen Inspektorate der ASL, wo qualifiziertes Personal die gesammelten Pilze untersuchen und ihre Essbarkeit bestätigen kann. Dies ist ein entscheidender Schritt, um Vergiftungen vorzubeugen und Pilze mit größerer Sicherheit zu verzehren.
Die Frage lautet also nicht nur: Wie reinigt man frische Steinpilze? Die richtige Frage, wenn man sie selbst gesammelt hat, lautet auch: Wurden sie von einem Mykologen geprüft? Erst nach dieser Überprüfung macht es Sinn, über das Reinigen, Schneiden und Kochen nachzudenken.
Wann sollte man sie putzen und wie sollte man sie vor dem Kochen aufbewahren?
Wenn du sie nur kurz aufbewahren musst, bewahre sie im Kühlschrank in einem belüfteten Behälter oder in einer Papiertüte auf und vermeide verschlossene Plastikverpackungen und Kondenswasser. Wasche sie nicht, bevor du sie wegstellst: Entferne lieber nur die offensichtlichste Erde und schließe die Reinigung erst kurz vor der Zubereitung ab.
Verwende zum Schneiden ein sauberes Messer und richte dich nach der Zubereitung: dickere Scheiben für den Grill oder die Pfanne, dünne Streifen für Nudelgerichte, gleichmäßige Stücke für Suppen und Beilagen. Auch hier gilt: Je weniger Wasser enthalten ist, desto besser vertragen sie die Hitze.
Vom Wald in die Pfanne: So bereitet man Steinpilze richtig zu
Das Ergebnis? Aromatischere Pilze, eine bessere Konsistenz und weniger Wasser in der Pfanne. Doch Sicherheit geht vor Geschmack: Wenn die Steinpilze privat gesammelt wurden, müssen sie von einem Mykologen geprüft werden. Eine sorgfältige Reinigung verbessert das Gericht, ersetzt jedoch niemals die fachmännische Bestimmung.
Daniele Mainieri
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