Achtung, gekeimte Kartoffeln: Das kann mit deinem Körper passieren, wenn du sie isst!
Kartoffeln sind ein Grundnahrungsmittel in vielen Küchen der Welt. Sie werden nicht nur wegen ihrer Vielseitigkeit geschätzt, die sie zum Star einer Vielzahl von Gerichten macht, sondern auch wegen ihrer Einfachheit und guten Lagerfähigkeit. Ob gekocht, im Ofen gebacken, frittiert oder zu Püree verarbeitet – Kartoffeln sind auf den Tischen von Millionen Menschen unverzichtbar. Es kann jedoch vorkommen, dass sie, wenn sie zu lange in der Speisekammer vergessen werden, anfangen zu keimen. Dieses natürliche Phänomen wirft eine häufige Frage auf: Ist es sicher, gekeimte Kartoffeln zu essen, oder sollte man sie besser wegwerfen?
Wenn auch Sie schon einmal mit dieser Situation konfrontiert waren, ist es normal, sich zu fragen, welche Risiken bestehen und welche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen sind. Kann man gekeimte Kartoffeln noch essen oder nicht? Und woran erkennt man, dass es Zeit ist, sie wegzuwerfen? In diesem Artikel finden Sie alle Antworten, damit Sie fundierte Entscheidungen treffen können, ohne Ihre Gesundheit zu gefährden.
Was passiert, wenn die Kartoffeln sprießen?
Kartoffeln, die einmal aus der Erde geholt wurden, geben sich nicht einfach mit ihrem neuen Zustand zufrieden. Ganz im Gegenteil: Von einem Urinstinkt geleitet, versuchen sie, eine neue Pflanze hervorzubringen, indem sie kräftige Triebe bilden. Dieser lebenswichtige Prozess hat jedoch eine Kehrseite: Während die Kartoffel sich fortzupflanzen versucht, produziert sie vermehrt Solanin und Chaconin – natürliche Substanzen, die die Knolle bitter und in großen Mengen für den Menschen giftig machen können.
Diese Stoffe sind in frischen Kartoffeln nur in geringen Mengen vorhanden, können aber deutlich zunehmen, wenn die Kartoffel Licht, Feuchtigkeit oder hohen Temperaturen ausgesetzt ist (deshalb sollten grüne oder gekeimte Kartoffeln nicht gegessen und Kartoffeln kühl und dunkel gelagert werden). Sowohl Solanin als auch Chaconin können sich negativ auf die Gesundheit auswirken, wenn sie in großen Mengen verzehrt werden.
Kann man gekeimte Kartoffeln essen?
In manchen Fällen können gekeimte Kartoffeln noch verzehrt werden. Dafür müssen ihr Zustand sorgfältig beurteilt und sie vor dem Verzehr angemessen behandelt werden. Es ist daher unerlässlich, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um mögliche Risiken zu minimieren.
- Sprossen entfernen: Die Sprossen sollten vollständig entfernt werden, da sie einen großen Teil des Solanins enthalten, einer giftigen Substanz, die sich in Kartoffeln bildet, wenn sie Licht ausgesetzt sind. Durch das Entfernen der Sprossen wird das Vergiftungsrisiko deutlich verringert.
- Grüne Stellen abschneiden: Grüne Stellen auf Kartoffeln weisen auf eine erhöhte Solaninkonzentration hin. Um gesundheitliche Beschwerden zu vermeiden, sollten sie vollständig entfernt werden.
- Beschaffenheit prüfen: Ist die Kartoffel runzelig und weich oder weist sie Anzeichen von Fäulnis auf, sollte man sie am besten ganz wegwerfen. Diese Anzeichen deuten darauf hin, dass die Kartoffel verdorben ist und eine hohe Solaninkonzentration aufweist.
- Keimlinge beurteilen: Sind die Keimlinge sehr groß oder zahlreich oder sieht die Kartoffel beschädigt aus, ist es sicherer, sie wegzuwerfen. Eine alte Kartoffel kann einen hohen Gehalt an Giftstoffen aufweisen, die sich nicht leicht entfernen lassen.
Was sind die Folgen des Verzehrs von gekeimten Kartoffeln?
Der Verzehr gekeimter Kartoffeln ohne die nötigen Vorsichtsmaßnahmen kann unerwünschte gesundheitliche Folgen haben. Dazu gehören:
- Übelkeit und Erbrechen: Giftige Verbindungen können den Magen-Darm-Trakt reizen und Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen verursachen.
- Durchfall und Bauchschmerzen: Die Aufnahme von Solanin kann den Magen-Darm-Trakt reizen und zu Durchfall und Bauchkrämpfen führen.
- Kopfschmerzen: Die in gekeimten Kartoffeln enthaltenen Giftstoffe können erhebliche Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben. Diese Verbindungen stören die Übertragung von Nervenimpulsen und können Symptome verursachen, die von anhaltenden Kopfschmerzen bis hin zu einem allgemeinen Druck- und Schweregefühl im Kopf reichen.
- Verwirrtheit und Lethargie: In schweren Fällen kann Solanin Reaktionen des Nervensystems auslösen, die sich in Symptomen wie Schläfrigkeit und Desorientierung äußern und ärztliche Hilfe und Beratung erfordern.
Zusammenfassend
Leicht gekeimte Kartoffeln können nach dem Entfernen der betroffenen Stellen im Allgemeinen unbedenklich verzehrt werden. Dennoch ist stets Vorsicht geboten. Weisen Kartoffeln offensichtliche Anzeichen von Verderb auf, wie etwa weiche Stellen oder einen unangenehmen Geruch, sollte man sie am besten nicht mehr verwenden.
Daniele Mainieri
Kommentare