So wählst du den richtigen Wein für jede Pizzasorte aus: Die wichtigsten Tipps der Sommeliers für dich

Montag 17 August 2026 19:00 - Daniele Mainieri
So wählst du den richtigen Wein für jede Pizzasorte aus: Die wichtigsten Tipps der Sommeliers für dich

Die Wahl des passenden Weins zur Pizza scheint einfach zu sein, doch dann kommen Zweifel auf: Ist Rotwein, Weißwein, Sekt oder Rosé besser? Die Antwort hängt vom Teig, den Tomaten, dem Mozzarella und dem Belag ab.

Die Kombination von Wein und Pizza funktioniert dann, wenn der Wein den Geschmack nicht überdeckt, sondern ihn unterstreicht und noch angenehmer macht. Heute widmen auch viele Sommeliers der Pizza dieselbe Aufmerksamkeit wie den Gerichten der Spitzenküche: nicht mehr nur Bier, sondern frische, vielseitige Weine, die gut zum Essen passen, ohne zu kompliziert zu sein.


Warum Pizza die Art und Weise beeinflusst, wie man Wein auswählt

Pizza ist nur auf den ersten Blick ein einfaches Gericht. Da ist die Säure der Tomate, die Cremigkeit des Mozzarellas, die Würze der Zutaten, manchmal die Schärfe, manchmal die Bitterkeit des Gemüses oder die Süße der Zwiebel. Deshalb orientieren sich Sommeliers oft an drei Elementen: Frische , Intensität und Reinheit am Gaumen.

Die Frische des Weins, also jenes spritzige Gefühl, das den Speichelfluss anregt, passt gut zu Tomaten und Käse. Die Perlen entfetten den Mund nach jedem Bissen. Rotweine hingegen passen besser, wenn sie weiche Tannine haben: Tannine sind jenes trockene Gefühl, das manche Rotweine am Zahnfleisch hinterlassen – angenehm, wenn es ausgewogen ist, aber schwer, wenn der Wein zu strukturiert ist.

Wein- und Pizzakombinationen nach den Empfehlungen der Sommeliers: eine nützliche Regel

Eine der interessantesten Ideen stammt von Vincenzo Donatiello, einem Sommelier, der mit dem Restaurant Piazza Duomo in Alba verbunden ist: Die perfekte Kombination darf niemals aufgezwungen werden, denn der Geschmack des Gastes steht immer im Mittelpunkt. Auf die Pizza angewendet bedeutet das ganz konkret: Man geht von der Art der Pizza aus, aber auch davon, was der Gast gerne trinkt.

Antonella Amodio, Journalistin und Sommelière, die das Buch „Calici & Spicchi““ den Kombinationen von Pizza und Wein gewidmet hat, zeigt, wie sehr dieses Thema mittlerweile in die italienische Esskultur eingegangen ist. Der Punkt ist folgender: Bei der Pizza muss man nicht unbedingt den bedeutendsten Wein suchen, sondern den dynamischsten, den, der gut trinkbar ist und zu den Zutaten passt.

Margherita, Marinara und Napoletana: frische, unaufdringliche Weine

Bei der Pizza Margherita dominieren Tomaten, Mozzarella und Basilikum. Dazu passen sehr gut ein trockener Rosé, ein junger Cerasuolo d’Abruzzo, ein Chiaretto, ein leicht gekühlter Bardolino oder ein trockener, feiner Lambrusco. Der Rosé ist interessant, weil er duftend und leicht ist, aber auch genug Charakter hat, um mit der Tomate mithalten zu können.

Die Marinara, ohne Mozzarella, dafür mit Knoblauch, Oregano und Tomaten, verlangt nach noch leichteren Weinen: Falanghina, Vermentino, ein junger Greco di Tufo oder ein leichter Rotwein wie ein Grignolino. Die klassische neapolitanische Pizza mit weichem Rand und ausgewogener Belagschicht passt am besten zu Weinen , die den Mund nicht zu sehr austrocknen: Sehr alkoholreiche und holzige Rotweine sollte man besser meiden.

Diavola, Salami und Wurst: Vorsicht vor der Schärfe

Die „Pizza Diavola“ sollte nicht wie eine einfache Pizza Rossa behandelt werden. Die scharfe Salami sorgt für mehr Würze, Fett und Schärfe. Ein zu tanninhaltiger Rotwein läuft Gefahr, die Schärfe der Chilischote noch stärker hervorzuheben. Besser ist es, einen Barbera, einen jungen Montepulciano d’Abruzzo, einen trockenen Lambrusco, einen Schiava oder einen nicht allzu kräftigen spanischen Garnacha zu wählen.

Zu Wurst, Friarielli oder Wurstwaren passt ein Wein mit mehr Intensität, der aber dennoch frisch sein sollte. Ein nicht allzu alkoholreicher Syrah, ein junger Primitivo, Cerasuolo oder ein spritziger Rotwein können gut passen. Ist die Pizza sehr reichhaltig, reinigt ein Schaumwein nach der klassischen Methode (Brut oder Extra Brut) den Gaumen und macht den Biss weniger schwer.

Vier Käsesorten, weiße Pizza und Pilze: Der Wein sollte das Ganze etwas auflockern

Die „Quattro Formaggi“ ist cremig, würzig und intensiv. Hier sind Schaumweine oft die einfachste Wahl: Franciacorta, Trento DOC, Alta Langa, Champagne Brut oder spanischer Cava. Wer etwas gewagter sein möchte, kann sich für eine eher gastronomisch orientierte Variante entscheiden: Gambero Rosso hat zur „Quattro Formaggi“ auch Marsala Fine oder Superiore Secco empfohlen, vor allem auf dünnen, duftenden Pizzaböden, da die Noten von Trockenfrüchten und Gewürzen gut mit den Käsesorten harmonieren.

Die weiße Pizza mit Mozzarella, Ricotta, Kartoffeln oder Rosmarin passt gut zu einem nicht allzu stark im Fass gereiften Chardonnay, Fiano, Verdicchio oder Pinot Bianco. Zu Pilzen hingegen passt ein eleganter, wenig tanninhaltiger Rotwein perfekt: Pinot Nero, Etna Rosso, junger Nebbiolo, kühl serviert, oder ein junger Rioja, wenn man einen Blick nach Spanien werfen möchte.

Vegetarische Pizza, Gourmet-Pizza und Pizza mit Meeresfrüchten: die interessantesten Kombinationen

Pizzen mit gegrilltem Gemüse, Zucchini, Paprika oder Auberginen verlangen nach aromatischen, aber nicht zu schweren Weinen: Vermentino, Sauvignon, Falanghina, Lugana, mediterrane Roséweine. Nicht umsonst hat Gambero Rosso der Falanghina del Sannio DOP ein Projekt mit einer „Pizza d’autore“ gewidmet und damit ihre Eignung als Begleiter für verschiedene Varianten hervorgehoben.

Gourmet-Pizzen sind flexibler: Zu Sardellen, rohen Meeresfrüchten oder Burrata passen Champagner, Franciacorta, Cava oder ein italienischer Metodo Classico. Zu Mortadella und Pistazien passt ein Lambrusco di Sorbara oder ein würziger Rosé. Zu Feigen, Speck oder süß-salzigen Zutaten passt auch ein leicht lieblicher Riesling, also mit einem ganz leichten Restzuckergehalt.

So wählt man eine Flasche für einen Pizza-Abend aus

Für ein ungezwungenes Abendessen geht es darum, eine Flasche zu finden, die allen schmeckt und zu verschiedenen Pizzasorten passt. Hier sind die wichtigsten Kriterien:

  • Wählen Sie Weine mit guter Säure, die gut zu Tomaten und Mozzarella passen;
  • bevorzugen Sie junge, tanninarme Rotweine, insbesondere zu scharfen Pizzen;
  • Schaumweine servieren, wenn die Pizza reichhaltig, frittiert oder sehr käseintensiv ist;
  • leichte Rotweine leicht gekühlt servieren, bei etwa 14–16 °C;
  • Weine mit zu hohem Alkoholgehalt, Vanillenoten oder starker Holzreife vermeiden;
  • einen trockenen Rosé als Allrounder für Margherita, Gemüse und Wurstwaren bereithalten;
  • auf Lambrusco, Falanghina, Cerasuolo, Barbera oder Metodo Classico setzen, wenn man auf Nummer sicher gehen möchte.

Fehler, die man bei der Kombination von Wein und Pizza vermeiden sollte

  1. Der erste Fehler ist die Annahme, dass zu Pizza immer ein vollmundiger Rotwein passt. Tatsächlich kann eine einfache Pizza schwer im Magen liegen, wenn sie mit einem zu alkoholreichen Wein kombiniert wird.
  2. Der zweite Fehler ist, die Tomate zu ignorieren: Ihre Säure verlangt nach lebendigen, nicht nach weichen Weinen.
  3. Der dritte Fehler ist, die Schärfe zu unterschätzen, die durch Tannine und Alkohol noch intensiver wirken kann.

Besser ist es, auf Ausgewogenheit zu achten: leichte Pizza, leichter Wein; reichhaltige Pizza, ein frischerer Wein oder Sekt; scharfe Pizza, ein weicher Rotwein oder ein würziger Rosé. Und wenn sehr unterschiedliche Pizzen auf dem Tisch stehen, können ein trockener Sekt oder ein gut gemachter Lambrusco den Abend auf einfache Weise abrunden.

Wie wählt man den richtigen Wein zu jeder Pizza aus?

Die beste Kombination aus Wein und Pizza ist keine starre Regel, sondern eine clevere Art, eines der beliebtesten Abendessen der Italiener noch genussvoller zu gestalten.

Sommeliers bestätigen dies heute : Pizza verdient sorgfältig ausgewählte Weine, aber ohne Snobismus. Margherita und Rosé, Diavola und Barbera, Vier-Käse-Pizza und Sekt, Gourmet-Pizza und Metodo Classico sind nur Ausgangspunkte. Die ultimative Regel bleibt einfach: Der richtige Wein ist der, der zum nächsten Bissen einlädt.

Daniele MainieriDaniele Mainieri
Jeden Tag tauche ich in die Welt des Kochens ein und suche nach neuen Rezepten und Geschmacksrichtungen, die ich teilen kann: von Omas Gericht bis hin zu den neusten Food-Trends. Ich arbeite seit über 10 Jahren in der Lebensmittelkommunikation!

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