So wählst du den richtigen Wein für jede Pizzasorte aus: Die wichtigsten Tipps der Sommeliers für dich
Die Wahl des passenden Weins zur Pizza scheint einfach zu sein, doch dann kommen Zweifel auf: Ist Rotwein, Weißwein, Sekt oder Rosé besser? Die Antwort hängt vom Teig, den Tomaten, dem Mozzarella und dem Belag ab.
Die Kombination von Wein und Pizza funktioniert dann, wenn der Wein den Geschmack nicht überdeckt, sondern ihn unterstreicht und noch angenehmer macht. Heute widmen auch viele Sommeliers der Pizza dieselbe Aufmerksamkeit wie den Gerichten der Spitzenküche: nicht mehr nur Bier, sondern frische, vielseitige Weine, die gut zum Essen passen, ohne zu kompliziert zu sein.
Warum Pizza die Art und Weise beeinflusst, wie man Wein auswählt
Die Frische des Weins, also jenes spritzige Gefühl, das den Speichelfluss anregt, passt gut zu Tomaten und Käse. Die Perlen entfetten den Mund nach jedem Bissen. Rotweine hingegen passen besser, wenn sie weiche Tannine haben: Tannine sind jenes trockene Gefühl, das manche Rotweine am Zahnfleisch hinterlassen – angenehm, wenn es ausgewogen ist, aber schwer, wenn der Wein zu strukturiert ist.
Wein- und Pizzakombinationen nach den Empfehlungen der Sommeliers: eine nützliche Regel
Antonella Amodio, Journalistin und Sommelière, die das Buch „Calici & Spicchi““ den Kombinationen von Pizza und Wein gewidmet hat, zeigt, wie sehr dieses Thema mittlerweile in die italienische Esskultur eingegangen ist. Der Punkt ist folgender: Bei der Pizza muss man nicht unbedingt den bedeutendsten Wein suchen, sondern den dynamischsten, den, der gut trinkbar ist und zu den Zutaten passt.
Margherita, Marinara und Napoletana: frische, unaufdringliche Weine
Die Marinara, ohne Mozzarella, dafür mit Knoblauch, Oregano und Tomaten, verlangt nach noch leichteren Weinen: Falanghina, Vermentino, ein junger Greco di Tufo oder ein leichter Rotwein wie ein Grignolino. Die klassische neapolitanische Pizza mit weichem Rand und ausgewogener Belagschicht passt am besten zu Weinen , die den Mund nicht zu sehr austrocknen: Sehr alkoholreiche und holzige Rotweine sollte man besser meiden.
Diavola, Salami und Wurst: Vorsicht vor der Schärfe
Zu Wurst, Friarielli oder Wurstwaren passt ein Wein mit mehr Intensität, der aber dennoch frisch sein sollte. Ein nicht allzu alkoholreicher Syrah, ein junger Primitivo, Cerasuolo oder ein spritziger Rotwein können gut passen. Ist die Pizza sehr reichhaltig, reinigt ein Schaumwein nach der klassischen Methode (Brut oder Extra Brut) den Gaumen und macht den Biss weniger schwer.
Vier Käsesorten, weiße Pizza und Pilze: Der Wein sollte das Ganze etwas auflockern
Die weiße Pizza mit Mozzarella, Ricotta, Kartoffeln oder Rosmarin passt gut zu einem nicht allzu stark im Fass gereiften Chardonnay, Fiano, Verdicchio oder Pinot Bianco. Zu Pilzen hingegen passt ein eleganter, wenig tanninhaltiger Rotwein perfekt: Pinot Nero, Etna Rosso, junger Nebbiolo, kühl serviert, oder ein junger Rioja, wenn man einen Blick nach Spanien werfen möchte.
Vegetarische Pizza, Gourmet-Pizza und Pizza mit Meeresfrüchten: die interessantesten Kombinationen
Gourmet-Pizzen sind flexibler: Zu Sardellen, rohen Meeresfrüchten oder Burrata passen Champagner, Franciacorta, Cava oder ein italienischer Metodo Classico. Zu Mortadella und Pistazien passt ein Lambrusco di Sorbara oder ein würziger Rosé. Zu Feigen, Speck oder süß-salzigen Zutaten passt auch ein leicht lieblicher Riesling, also mit einem ganz leichten Restzuckergehalt.
So wählt man eine Flasche für einen Pizza-Abend aus
Für ein ungezwungenes Abendessen geht es darum, eine Flasche zu finden, die allen schmeckt und zu verschiedenen Pizzasorten passt. Hier sind die wichtigsten Kriterien:
- Wählen Sie Weine mit guter Säure, die gut zu Tomaten und Mozzarella passen;
- bevorzugen Sie junge, tanninarme Rotweine, insbesondere zu scharfen Pizzen;
- Schaumweine servieren, wenn die Pizza reichhaltig, frittiert oder sehr käseintensiv ist;
- leichte Rotweine leicht gekühlt servieren, bei etwa 14–16 °C;
- Weine mit zu hohem Alkoholgehalt, Vanillenoten oder starker Holzreife vermeiden;
- einen trockenen Rosé als Allrounder für Margherita, Gemüse und Wurstwaren bereithalten;
- auf Lambrusco, Falanghina, Cerasuolo, Barbera oder Metodo Classico setzen, wenn man auf Nummer sicher gehen möchte.
Fehler, die man bei der Kombination von Wein und Pizza vermeiden sollte
- Der erste Fehler ist die Annahme, dass zu Pizza immer ein vollmundiger Rotwein passt. Tatsächlich kann eine einfache Pizza schwer im Magen liegen, wenn sie mit einem zu alkoholreichen Wein kombiniert wird.
- Der zweite Fehler ist, die Tomate zu ignorieren: Ihre Säure verlangt nach lebendigen, nicht nach weichen Weinen.
- Der dritte Fehler ist, die Schärfe zu unterschätzen, die durch Tannine und Alkohol noch intensiver wirken kann.
Besser ist es, auf Ausgewogenheit zu achten: leichte Pizza, leichter Wein; reichhaltige Pizza, ein frischerer Wein oder Sekt; scharfe Pizza, ein weicher Rotwein oder ein würziger Rosé. Und wenn sehr unterschiedliche Pizzen auf dem Tisch stehen, können ein trockener Sekt oder ein gut gemachter Lambrusco den Abend auf einfache Weise abrunden.
Wie wählt man den richtigen Wein zu jeder Pizza aus?
Die beste Kombination aus Wein und Pizza ist keine starre Regel, sondern eine clevere Art, eines der beliebtesten Abendessen der Italiener noch genussvoller zu gestalten.
Sommeliers bestätigen dies heute : Pizza verdient sorgfältig ausgewählte Weine, aber ohne Snobismus. Margherita und Rosé, Diavola und Barbera, Vier-Käse-Pizza und Sekt, Gourmet-Pizza und Metodo Classico sind nur Ausgangspunkte. Die ultimative Regel bleibt einfach: Der richtige Wein ist der, der zum nächsten Bissen einlädt.
Daniele Mainieri
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