Muss man Kartoffeln vor dem Kochen wirklich einstechen? Wir haben nachgefragt!

Muss man Kartoffeln vor dem Kochen wirklich einstechen? Wir haben nachgefragt!

Es ist eine kleine Geste, die man fast schon mechanisch ausführt, weil es schon Oma getan hat: die Kartoffeln vor dem Kochen anzustechen. Aber ist das wirklich sinnvoll? Kann man eine Kartoffel-Explosion riskieren? Ist das bei Süßkartoffeln noch wichtiger? Wir von Ptitchef sind dieser Frage nachgegangen - und haben Antworten gefunden, die nicht ganz so offensichtlich sind.


Woher kommt der Reflex, Kartoffeln zu stechen?

Die Idee ist einfach: Wenn man eine ganze Kartoffel kocht, wirkt die Schale wie eine wasserdichte Hülle. Im Inneren sammelt sich Dampf, und wenn dieser nicht entweichen kann, steigt der Druck – bis die Kartoffel möglicherweise explodiert. Daher der Trick mit den kleinen Löchern, die man mit einer Gabel hineinsticht, um diese Art von kulinarischer Katastrophe zu vermeiden.

Aber passiert das wirklich?

Test unter realen Bedingungen: 4 Kartoffeln, 0 Explosionen

Ein Team aus Redakteuren und Food-Designern wollte es genau wissen (Quelle: Slate.fr). Sie schoben zwei Kartoffeln und zwei Süßkartoffeln – einige angestochen, andere nicht – bei 220 °C in den Ofen.

Das Ergebnis? Keine einzige Explosion. Die Konsistenz im Inneren war ähnlich. Der einzige Unterschied: Eine angestochene Kartoffel war schwarz geworden (leichte Oxidation aufgrund der Wartezeit vor dem Garen). Kurz gesagt: nichts Dramatisches.

Auch Wissenschaftler haben ein Wörtchen mitzureden

Dennoch empfiehlt Brennan Smith, Professor an der School of Food Science der Universität Idaho, die Kartoffeln weiterhin anzustechen:

„Der Dampf muss entweichen können. Sonst wird die Kartoffel zu einem Mini-Schnellkochtopf und kann manchmal explodieren.“

Er fügt hinzu, dass das Risiko in der Mikrowelle höher ist, da die Hitze dort sehr schnell ansteigt. Bei den Kartoffelsorten gibt es keine großen Unterschiede: Süßkartoffeln sowie festkochende und mehligkochende Kartoffeln sind alle gleichermaßen betroffen.

Kleine Kartoffeln (wie Drillinge) sind weniger gefährdet: Ihre dünne Schale und ihre geringe Größe sorgen in der Regel dafür, dass der Dampf auf natürliche Weise entweichen kann.

Urteil: Stechen oder nicht?

Seien wir ehrlich: Das Risiko einer Explosion ist gering, aber nicht gleich null. Und da es nur fünf Sekunden dauert, eine Kartoffel anzustechen, warum sollte man darauf verzichten?

  • Bei der Zubereitung in der Mikrowelle oder im Backofen: unbedingt anstechen.
  • Beim Garen in Wasser oder Dampf: Sicherheitshalber sollte man es ebenfalls tun.
  • Und wenn Sie es vergessen? Keine Sorge, Sie lösen damit keine kulinarische Bombenalarm aus – aber Ihre Kartoffel könnte Ihnen einen Streich spielen.


Adèle PeychesAdèle Peyches
Redaktionsleiterin, die es kaum erwarten kann, im Winter Fondue zu essen! Leidenschaftlich für Gastronomie und immer auf der Suche nach neuen kulinarischen Schätzen, habe ich zunächst Jura studiert, bevor ich zu meiner ersten Liebe zurückkehrte: dem Geschmack guter Produkte und der Freude am gemeinsamen Essen :)

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