Können Eier wirklich den Cholesterinspiegel erhöhen? Endlich wird die Wahrheit von der Fälschung getrennt
Zum Frühstück, als Omelette am Abend, in einer improvisierten Quiche oder einem Sonntagskuchen... Eier gehören eindeutig zu den unverzichtbaren Küchenhelfern. Einfach zu kochen, preiswert und immer da, wenn man nicht weiß, was man zubereiten soll, retten sie uns mehr als eine Mahlzeit :)
Und doch hatten sie lange Zeit einen schlechten Ruf. Vielleicht haben auch Sie schon einmal den Satz gehört: "Vermeide Eier, sie erhöhen den Cholesterinspiegel". Dieser Gedanke wurde so oft wiederholt, dass er fast schon zum Automatismus wurde.
Das hat dazu geführt, dass viele Menschen begonnen haben, ihren Eierkonsum einzuschränken, ohne wirklich zu verstehen, warum. Ist das nun eine Information oder eine Vergiftung? Sollte man wirklich auf Eier achten oder haben wir von Anfang an den Falschen erwischt?
Spoiler: Die Antwort ist differenzierter... aber auch viel beruhigender, als wir dachten!
Cholesterin in Eiern: Ja, aber...
Beginnen wir am Anfang. Ja, Eier enthalten Cholesterin. Das ist eine Tatsache.
Man findet es hauptsächlich im Eigelb, mit etwa 200 mg pro Ei. Wenn man das so sagt, versteht man, warum man jahrelang mit dem Finger auf sie gezeigt hat.
Was wir heute jedoch wissen, ist, dass das Cholesterin in Lebensmitteln nicht die gleiche Wirkung hat wie das Cholesterin, das unser Körper selbst herstellt. Und das ist der Punkt, an dem sich alles ändert.
In Wirklichkeit ist unser Körper ziemlich schlau. Wenn wir Cholesterin über die Nahrung aufnehmen, neigt er dazu, seinerseits weniger Cholesterin zu produzieren. Das ist eine Art natürliches Gleichgewichtssystem (Anses).
Mit anderen Worten: Der Verzehr von Eiern lässt Ihren Cholesterinspiegel im Blut nicht automatisch ansteigen. Bei den meisten Menschen bleibt die Auswirkung sehr begrenzt.
Das eigentliche Problem liegt nicht unbedingt im Ei
Lange Zeit wurde die Frage vereinfacht: Eier = Cholesterin = Gefahr. Die Realität sieht jedoch etwas anders aus.
Was den Cholesterinspiegel im Blut wirklich beeinflusst, sind vor allem die allgemeinen Ernährungsgewohnheiten. Und insbesondere der übermäßige Verzehr von gesättigten Fetten.
Damit sind bestimmte verarbeitete Produkte, sehr reichhaltige Gerichte oder auch zu fettige Zubereitungen gemeint.
Und genau hier wird die Verwirrung deutlich. Denn Eier werden selten allein verzehrt. Sie kommen oft mit Speck, Butter, Käse oder Frittiertem daher ... und es sind vor allem diese Kombinationen, die Probleme bereiten.
Ein weichgekochtes Ei mit einer Scheibe Brot hat eine ganz andere Wirkung als ein in viel Fett gebratenes Ei mit Aufschnitt.
Ernährungsvorteile, die allzu oft vergessen werden
Was an Eiern ein wenig ungerecht ist, ist, dass man ihre Qualitäten lange Zeit vergessen hat.
Denn in Wirklichkeit sind sie wahre Nährstoffkonzentrate.
Sie liefern sehr hochwertige Proteine, die für den Körper essentiell sind, aber auch Vitamine wie Vitamin D, Vitamin B12 oder Vitamin A (EFSA).
Außerdem enthalten sie wichtige Mineralien und gesundheitsfördernde Antioxidantien.
Und das ist noch nicht alles. Eier haben auch eine ziemlich beeindruckende sättigende Wirkung. Nach einer Mahlzeit mit Eiern hat man oft weniger Hunger, was dabei helfen kann, tagsüber keine Snacks zu sich zu nehmen.
Mit anderen Worten: Sie haben einen festen Platz in einer ausgewogenen Ernährung.
Kann man sie jeden Tag essen?
Das ist oft die Frage: "Okay, aber konkret: Wie viele Eier darf ich essen?".
Die Empfehlungen haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Heute ist es für einen gesunden Menschen in der Regel kein Problem, ein Ei pro Tag zu verzehren.
Einige Studien zeigen sogar, dass ein mäßiger Eierkonsum das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht erhöht (British Medical Journal).
Natürlich hängt wie immer alles von Ihrer übrigen Ernährung ab. Wenn diese ausgewogen, abwechslungsreich und reich an guten Produkten ist, können Eier ohne Bedenken in diese integriert werden.
Situationen, in denen man wachsam bleiben muss
Auch wenn Eier nicht mehr die Feinde sind, die man sich früher vorgestellt hat, gibt es dennoch einige Sonderfälle.
Manche Menschen müssen besonders vorsichtig sein, vor allem diejenigen, die bereits einen hohen Cholesterinspiegel, Diabetes oder eine Vorgeschichte mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben.
In diesen Situationen ist es besser, den Konsum mithilfe eines Gesundheitsexperten anzupassen.
Für die meisten Menschen gibt es jedoch keinen Grund, komplett darauf zu verzichten.
Kochen verändert (wirklich) viel
Ein Punkt, der oft vergessen wird, aber auf dem Teller einen großen Unterschied macht.
Die Art und Weise, wie Sie Ihre Eier zubereiten, spielt eine wichtige Rolle. Ob Sie ein hartgekochtes, ein pochiertes oder ein in viel Öl gebratenes Ei essen, ist ganz unterschiedlich.
Um Eier zu genießen, ohne Ihre Mahlzeit zu belasten, ist es besser, einfache und leichte Zubereitungsarten zu bevorzugen. Gekochte, pochierte oder Rühreier mit wenig Fett sind immer noch sehr gute Optionen.
Als Beilage eignen sich Gemüse, Vollkornbrot oder ein Salat.
Eier wurden lange Zeit etwas zu schnell beschuldigt
Heute hat sich das Wissen weiterentwickelt, sodass man die Dinge anders sehen kann. Ja, sie enthalten Cholesterin, aber das bedeutet nicht, dass sie automatisch den Cholesterinspiegel im Blut erhöhen.
Im Gegenteil, sie sind reich an Nährstoffen, lassen sich leicht in den Alltag integrieren und sind durchaus mit einer ausgewogenen Ernährung vereinbar.
Wie so oft in der Küche ist alles eine Frage des Gleichgewichts. Nicht ein bestimmtes Nahrungsmittel ist das Problem, sondern die Gesamtheit unserer Gewohnheiten.
Also nein, Sie müssen Eier nicht von Ihrem Teller streichen :)
Im Gegenteil, richtig eingesetzt können sie sogar zu wertvollen Verbündeten im Alltag werden.
Adèle Peyches
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