Essen Sie nach 40 wie früher, fühlen sich aber schlechter? Hier erfahren Sie, warum das wirklich so ist
Irgendwann, oft um die 40 herum, stellt sich ein seltsames Gefühl ein: Man isst genau so, wie man es immer getan hat, aber der Körper reagiert nicht mehr auf die gleiche Weise. Blähungen, Müdigkeit, langsame Verdauung, ein paar zusätzliche Kilos, die einfach nicht verschwinden wollen. Und nein, es handelt sich nicht nur um eine willkürliche Formulierung wie "langsamer Stoffwechsel".
Die Wahrheit ist, dass sich der Körper verändert, auch wenn die Gewohnheiten gleich bleiben. Zu verstehen, warum wir nach dem 40. Lebensjahr genauso essen wie vorher, uns aber schlechter fühlen, ist der erste Schritt, um wieder gesund zu werden, ohne Strafdiäten oder extremen Verzicht.
Der Stoffwechsel "bricht" nicht zusammen, er wird selektiver
Einer der am weitesten verbreiteten Mythen besagt, dass der Stoffwechsel ab 40 aufhört zu arbeiten. In Wirklichkeit, so erklären viele Ernährungswissenschaftler und Diätassistenten, wird er einfach weniger tolerant gegenüber wiederholten Fehlern.
Der große Teller Nudeln, das abendliche Dessert oder der häufige Aperitif, der mit 25 Jahren keine Spuren hinterlassen hat, verlangen jetzt eine Rechnung. Nicht, weil man "schlecht" isst, sondern weil der Körper weniger bereit ist, dies zu kompensieren.
Hormone verändern sich (auch bei Männern)
Nach dem 40. Lebensjahr kommen erhebliche hormonelle Veränderungen ins Spiel. Bei Frauen nähert sich die Perimenopause, während bei Männern das Testosteron allmählich abzunehmen beginnt.
Das passiert im Körper wie folgt
- stärkere Ansammlung von Fett, insbesondere im Bauchbereich
- ein weniger effizienter Umgang mit Zucker
- verstärkte "stille" Entzündungen, die oft unsichtbar, aber konstant sind
Viele Ernährungsexperten sind sich in einem wichtigen Punkt einig: Es kommt nicht so sehr auf die Menge der Nahrung an, sondern darauf, wie der Körper sie verstoffwechselt und verwertet.
Langsamere Verdauung, empfindlichere Därme
Wenn Sie sich nach dem 40. Lebensjahr aufgebläht fühlen, auch wenn Sie "wie immer" essen, ist das eine sehr häufige Situation. Es hängt oft nicht davon ab, was Sie auf Ihren Teller legen, sondern davon, wie Ihr Körper heute auf diese Lebensmittel reagiert. Im Laufe der Zeit verändert sich das Verdauungssystem und wird empfindlicher. Wenn wir älter werden, verändert sich
- die Produktion von Verdauungsenzymen
- die Zusammensetzung der Mikrobiota des Darms
- die Toleranz gegenüber Zucker, Laktose und raffinierten Lebensmitteln
Dies erklärt, warum Lebensmittel, die Sie immer gegessen haben, Sie zu stören beginnen. Es handelt sich nicht um eine plötzliche Unverträglichkeit, sondern um eine fehlende Anpassung.
Wir schlafen schlechter (und das wirkt sich auf alles aus)
Ein oft unterschätzter Aspekt, insbesondere nach dem 40. Lebensjahr, ist der Schlaf. Wenig oder schlechter Schlaf wirkt sich direkt auf die Hormone aus, die Hunger und Sättigung regulieren, und verändert das Verhältnis zum Essen, auch wenn die Ernährung unverändert bleibt.
Folgendes kann passieren, wenn der Schlaf nicht von guter Qualität ist:
- verstärkter Heißhunger auf Zucker und schnelle Kohlenhydrate
- geringere Kontrolle über die Portionen, insbesondere am Ende des Tages
- ständiges Gefühl der Müdigkeit und Energieabfall während des Tages
Nach Ansicht vieler klinischer Ernährungswissenschaftlersind Ernährung und Schlafqualität nach dem 40. Lebensjahr eng miteinander verbunden: Wer sich besser erholt, isst oft auch besser, ohne es zu merken.
Gleiches Essen, aber weniger Bewegung
Ein weiterer wichtiger Punkt: Wir bewegen uns weniger, auch ohne es zu merken. Eine sitzende Tätigkeit, weniger Freizeit, mehr Stress. Das Problem ist nicht, dass wir essen wie früher, sondern dass wir essen wie früher, uns aber viel weniger bewegen.
Hier ist, was sich nach 40 oft ändert:
- weniger Muskelmasse
- geringerer täglicher Kalorienverbrauch
- langsamere Erholung
Was zu tun ist (ohne Ihr Leben zu beeinträchtigen)
Trotz der Veränderungen, die nach dem 40. Lebensjahr eintreten, ist es nicht notwendig, seine Essgewohnheiten völlig umzustellen. Der Körper verlangt keinen drastischen Verzicht, sondern eine bewusstere und gezieltere Auswahl, die mit einer sich entwickelnden Physiologie Schritt halten kann.
In diesem Punkt sind sich viele Ernährungsexperten einig: Kleine Anpassungen, wenn sie richtig durchgeführt werden, können die Verdauung, die Energie und das allgemeine Wohlbefinden viel mehr verbessern als eine strenge Diät, die einige Wochen lang eingehalten wird.
Hier sind einige Anpassungen, die von vielen Ernährungsexperten empfohlen werden:
- Mehr Platz für Eiweiß und Ballaststoffe schaffen
- Reduzieren Sie Zucker und extrem verarbeitete Lebensmittel (auch wenn sie "immer" gegessen werden)
- Essen Sie zu regelmäßigeren Zeiten
- Achten Sie auf Stuhlgang und Schlaf
- Konstante, nicht extreme Bewegung einplanen
Der Körper ist nicht falsch: er ändert nur seine Sprache
Nach dem 40. Lebensjahr ernähren wir uns nicht "schlechter", sondern wir essen wie vorher in einem Körper, der sich verändert hat. Wenn man dies erkennt, vermeidet man Frustration, Schuldgefühle und unnötige Diäten.
Das eigentliche Geheimnis besteht darin, auf die Signale zu hören, kleine Anpassungen vorzunehmen und, wenn nötig, mit einem Ernährungsexperten zu sprechen, der den Kontext und nicht nur die Kalorien lesen kann. Der Körper betrügt Sie nicht: Er fordert Sie nur auf, mit ihm zu wachsen.
Daniele Mainieri
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