Edelstahlpfanne: Der einfache Trick, damit nichts anhaftet
Vielleicht haben Sie diese Szene schon einmal erlebt ...
Sie kaufen eine schöne Edelstahlpfanne, um Ihre alten Antihaftpfannen zu ersetzen … Sie sind motiviert, stolz auf Ihren Kauf und bereit, „wie die Profis“ zu kochen.
Und dann, beim ersten Spiegelei: eine Katastrophe.
Es klebt. Es haftet an. Es brennt an. Und schon nach 48 Stunden bereuen Sie den Kauf Ihrer alten Teflonpfanne!
Dabei haben Edelstahlpfannen viele Vorteile. Sie sind robust, halten jahrelang, vertragen hohe Temperaturen und vor allem verzichten heute viele Verbraucher lieber auf bestimmte Antihaftbeschichtungen, wenn diese mit der Zeit beschädigt werden.
Das eigentliche Problem ist einfach, dass Edelstahl eine etwas andere Technik erfordert.
Eine Edelstahlpfanne verwendet man nämlich nicht wie eine herkömmliche beschichtete Antihaftpfanne.
Aber wenn man den Trick einmal kennt … ehrlich, das ändert alles :)
Warum immer mehr Menschen auf Teflon verzichten
In den letzten Jahren haben sich viele Verbraucher aus gesundheitlichen Gründen und wegen der Langlebigkeit für Edelstahl entschieden.
Herkömmliche Antihaftpfannen, die oft mit PTFE (besser bekannt als Teflon) beschichtet sind, sind bei richtiger Anwendung weiterhin sicher. Wenn sie jedoch zerkratzt, überhitzt oder stark abgenutzt sind, bereiten sie immer mehr Menschen Sorgen.
Einige ältere Generationen von Beschichtungen enthielten auch PFAS, die sogenannten „ewigen Schadstoffe“, über die heute so viel gesprochen wird.
Das Ergebnis: Viele ziehen es vor, wieder auf unverarbeitete Materialien wie Edelstahl, Gusseisen oder Stahl zurückzugreifen.
Das Problem? Diese Materialien sind nicht von Natur aus antihaftend.
Und genau deshalb denken viele fälschlicherweise: „Edelstahl ist Mist.“
Dabei ist es in Wirklichkeit vor allem eine Frage der Temperatur.
Das Geheimnis von Edelstahl: richtiges Vorwärmen
Der größte Fehler bei einer Edelstahlpfanne ist, die Lebensmittel zu früh hineinzulegen.
Denn im Gegensatz zu Antihaftpfannen muss eine Edelstahlpfanne vor dem Kochen richtig vorgeheizt werden.
Das Prinzip ist einfach:
Man stellt die leere Pfanne für etwa 2 bis 3 Minuten bei mittlerer bis hoher Hitze auf den Herd.
Ja, leer. Ohne Öl. Ohne Butter. Ohne irgendetwas.
Und hier kommt die berühmte Wassertropfen-Technik ins Spiel :)
Der Test des alles verändernden Wassertropfens
Das ist der am häufigsten verwendete Anhaltspunkt, um festzustellen, ob die Pfanne heiß genug ist.
Geben Sie ein paar Tropfen Wasser in die heiße Pfanne.
Dabei können zwei Szenarien eintreten.
Wenn das Wasser zischt und sofort verdampft
Die Pfanne ist noch nicht heiß genug.
Das Wasser verdampft zu schnell, weil die Temperatur noch zu niedrig ist.
In diesem Fall neigen die Lebensmittel dazu, anzuhhaften.
Wenn das Wasser eine große Kugel bildet, die über die Pfanne gleitet
Dann ist es perfekt!
Der Tropfen rollt fast wie Quecksilber oder eine kleine Murmel.
Das nennt man den Leidenfrost-Effekt.
Der Leidenfrost-Effekt: Physik in der Küche
Hinter diesem komplizierten Namen verbirgt sich ein sehr einfaches Phänomen.
Wenn die Pfanne eine bestimmte Temperatur erreicht, bildet sich unter dem Wassertropfen sofort eine dünne Dampfschicht.
Dieser Dampf wirkt wie ein kleines Luftkissen, das den direkten Kontakt mit dem heißen Metall verhindert.
Und genau das trägt dazu bei, dass die Lebensmittel anschließend weniger anhaften.
Kurz gesagt: Das ist keine Magie eines Sternekochs, sondern einfach nur Physik!
Wann sollte man das Öl hinzufügen?
Wenn die richtige Temperatur erreicht ist, kann man endlich das Fett hinzufügen.
Olivenöl, Butter, neutrales Öl … alles funktioniert.
Wichtig ist, das Fett einige Sekunden lang erhitzen zu lassen, bevor man die Lebensmittel hinzufügt.
Und auch hier machen viele einen ganz typischen Fehler: Sie wollen die Lebensmittel zu früh wenden.
Warum Lebensmittel manchmal kleben bleiben ... und sich dann von selbst lösen
Bei Edelstahlpfannen haften manche Lebensmittel anfangs leicht an.
Das ist ganz normal.
Fleisch zum Beispiel haftet oft zunächst kurz an und löst sich dann von selbst, sobald es gut angebraten ist.
Wenn Sie versuchen, es sofort zu lösen, kann es zerreißen.
Wenn Sie aber noch ein paar Sekunden warten … löst es sich fast von selbst :-)
Das gilt besonders für:
- Steaks
- Hähnchen
- Fisch
- gegrilltes Gemüse
Und sogar für Eier, wenn man die Temperatur gut im Griff hat.
Vorsicht vor zu hohen Temperaturen
Man könnte meinen, man müsse die Hitze auf die höchste Stufe stellen, um mit Edelstahlpfannen gut zurechtzukommen.
In Wirklichkeit ist das überhaupt nicht nötig.
Zu starke Hitze kann die Lebensmittel im Gegenteil sehr schnell verbrennen und das Garen schwer kontrollierbar machen.
Ideal ist meist eine mittlere bis mittelhohe Hitze.
Edelstahl speichert Wärme sehr gut, vor allem bei mehrschichtigen Pfannen oder solchen mit dickem Boden.
Es ist also nicht nötig, den Herd auf die höchste Stufe zu stellen!
Ist das bei Eiern wirklich möglich?
Ja.
Auch wenn das wahrscheinlich der ultimative Test für eine Edelstahlpfanne ist ;)
Eier lassen sich problemlos braten, ohne dass sie anhaften, wenn man auf Folgendes achtet:
- die richtige Temperatur
- etwas Fett
- und vor allem … Geduld
Der eigentliche Fehler besteht darin, sie zu früh bewegen zu wollen.
Wie man Streifen und Flecken in Edelstahl vermeidet
Nach dem Kochen können weiße oder regenbogenfarbene Flecken in der Pfanne entstehen.
Die gute Nachricht: Das ist völlig ungefährlich.
Diese Flecken entstehen oft durch Kalk im Wasser oder durch kurzzeitige Überhitzung.
Etwas Haushaltsessig oder Natron reicht in der Regel aus, damit die Pfanne wieder glänzt!
Sollte man also auf Edelstahl umsteigen?
Ehrlich gesagt: Wenn man einmal den Dreh raus hat, wollen viele nicht mehr zurück.
Mit Edelstahl lassen sich Lebensmittel perfekt anbraten. Edelstahl hält sehr hohen Temperaturen stand und ist oft jahrzehntelang haltbar.
Am Anfang braucht man lediglich etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen.
Aber wenn man die Sache mit der Temperatur und dem Leidenfrost-Effekt erst einmal verstanden hat, verlieren Edelstahlpfannen gleich viel von ihrem Schrecken!
Adèle Peyches
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