40 Käsesorten für Papst Leo XIV.: Die spektakuläre Käseplatte, die zu seinem Besuch in Frankreich zusammengestellt wurde

Monday 28 September 2026 19:00 - Adèle Peyches
40 Käsesorten für Papst Leo XIV.: Die spektakuläre Käseplatte, die zu seinem Besuch in Frankreich zusammengestellt wurde
Am Vorabend des Besuchs von Papst Leo XIV. in Frankreich zieht ein besonders kulinarisches Detail der Vorbereitungen die Aufmerksamkeit auf sich: eine Käseplatte mit 40 bis 45 französischen Käsesorten, die speziell für den Papst und seine Begleiter zusammengestellt wurde.

Diese Käseplatte ist nicht einfach nur eine Aneinanderreihung von Käsestücken auf einem Brett. Sie wurde als echte „Käse-Karte von Frankreich“ konzipiert, auf der jede Spezialität möglichst nahe an ihrer Herkunftsregion platziert ist.

Hinter dieser Kreation stehen Dominique Bouchait, „Meilleur Ouvrier de France“ in der Kategorie Käsehersteller, und das Team der „Fromagers du Mont Royal“ in der Haute-Garonne.

Der Papst wird vom 25. bis 28. September in Frankreich erwartet

Der Besuch betrifft tatsächlich Papst Leo XIV. Seine apostolische Reise nach Frankreich ist für den 25. bis 28. September 2026 geplant, mit Stationen in Paris, Lourdes und Metz.

Nach Paris soll der Papst am Samstag, dem 26. September, am frühen Abend in Lourdes eintreffen. Dort wird er den ganzen Sonntag verbringen, unter anderem mit einer Messe um 11 Uhr auf der Wiese des Wallfahrtsortes.

Im Rahmen dieses Aufenthalts in den Pyrenäen wurde diese außergewöhnliche Käseplatte zusammengestellt, deren Auswahl insbesondere die Käsesorten der Region hervorhebt.

Eine Speisekarte mit Gerichten aus ganz Frankreich, die ganz auf Käse ausgerichtet ist

Der Träger selbst hat die Form Frankreichs. Mehrere religiöse Bauwerke dienen dabei als visuelle Orientierungspunkte: Notre-Dame de Paris, der Mont-Saint-Michel, Notre-Dame-de-la-Garde in Marseille, Lourdes oder auch die Kathedrale von Saint-Bertrand-de-Comminges.

Um diese Orientierungspunkte herum sind die Käsesorten entsprechend ihrer Herkunft angeordnet. Die Idee dahinter ist es, sowohl das französische Territorium als auch seine Spezialitäten näherzubringen.

Das Ergebnis ist so konzipiert, dass es großzügig wirkt, ohne überladen zu erscheinen, mit einer hellen Grundfarbe und einigen Farbakzenten, die durch die Blumen und die verschiedenen Rinden gesetzt werden.

Camembert, Pont-l’Évêque, Maroilles und Munster: Jeder Käse findet zu seiner Region zurück

Im Norden und Nordosten der Karte finden sich mehrere große französische Klassiker.

Camembert und Pont-l’Évêque sind in der Nähe des Mont-Saint-Michel zu finden. Weiter nördlich tauchen die „Boulettes d’Avesnes“ und der Maroilles auf, während der Münster natürlich im Osten der Karte zu finden ist.

Das Prinzip ist einfach, aber sehr anschaulich: Wer die Platte betrachtet, kann fast schon eine kulinarische Reise durch das Land unternehmen, noch bevor er mit der Verkostung beginnt.

Banon, korsischer Käse und Laguiole runden die Tour de France ab

Im Südosten umfasst die Käseplatte unter anderem einen „Banon de Provence “ sowie einen korsischen Käse.

In der Mitte der Karte befindet sich außerdem ein von Daniel Pègue hergestellter „Laguiole“. Diese Auswahl ermöglicht es, mehrere große Käsefamilien mit unterschiedlichen Teigen, Milcharten und Reifungsarten zu präsentieren.

Die meisten der 40 bis 45 ausgewählten Sorten werden als Käsesorten mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) ausgewiesen, auch wenn die Käseplatte zudem mehrere hauseigene Kreationen umfasst.

Die Pyrenäen nehmen etwa 20 % der Hochebene ein

Das ist das auffälligste Merkmal dieser Zusammenstellung. Etwa jeder fünfte Käse stammt aus den Pyrenäen.

Diese Wahl ist natürlich nicht zufällig, da Ludwig XIV. einen Großteil seines Besuchs in Lourdes verbringen wird. Dominique Bouchait wollte daher den Produkten seiner Region einen besonderen Platz einräumen.

Die Spezialitäten aus den Pyrenäen werden nicht in eine Ecke verbannt: Im Gegenteil, sie werden zu einem der zentralen Elemente der Dekoration.

Der „Napoléon“ ist so geschnitten, dass er das Pyrenäenmassiv darstellt

Zu den auffälligsten Kreationen zählt der „Napoléon“, einer der bekanntesten Käsesorten des Hauses Bouchait.

Er wird in Dreiecke geschnitten und um die Darstellung der Kathedrale von Saint-Bertrand-de-Comminges herum angeordnet, um an die Gipfel der Pyrenäen zu erinnern.

Der „Napoléon“ ist ein Schafskäse, der mit den Pyrenäen verbunden ist und seit langem zu den Spezialitäten der „Fromagers du Mont Royal“ zählt.

Pic du Midi und Montréjeau: zwei weitere sehr lokale Kreationen

Neben dem „Napoléon“ gibt es auch den „Pic du Midi“ und den „Montréjeau“.

Der „Pic du Midi“ wurde von Antoine Bouchait, dem Sohn von Dominique Bouchait, kreiert. Der Montréjeau wiederum ist direkt nach der Gemeinde benannt, die mit der Familiengeschichte des Hauses verbunden ist.

Dank dieser Käsesorten ist die Käseplatte nicht nur eine Zusammenstellung der bekanntesten AOP-Käsesorten, sondern erzählt auch von der Arbeit lokaler Käsehersteller und Reifungsspezialisten.

Ein Tablett im Wert von schätzungsweise etwa 500 Euro

Das Kunstwerk wurde anlässlich des Papstbesuchs angefertigt und gestiftet. Sein Wert wird auf etwa 500 Euro geschätzt.

Die Idee entstand im Rahmen eines Austauschs mit dem Pfarrer von Montréjeau. Das Projekt wurde anschließend genehmigt, und das Team machte sich in der Käserei „Les Fromagers du Mont Royal“ in Estancarbon an die Arbeit.

Für Dominique Bouchait, der bereits für mehrere Staatschefs und bei großen internationalen Veranstaltungen tätig war, ist es dennoch eine Premiere, einen Papst zu bewirten.

Für Sonntag ist bereits eine zweite Veranstaltung geplant

Das große, Frankreich nachempfundene Tablett wird nicht die einzige Kreation sein, die zu diesem Anlass vorbereitet wird.

Dominique Bouchait hat eine zweite Platte für Sonntag, den 27. September, angekündigt. Sie wird kleiner sein und sich thematisch auf Saint-Bertrand-de-Comminges konzentrieren.

Mit diesem zweiten Gang lässt sich die Auswahl somit noch stärker auf die Pyrenäenregion und ihre Geschichte eingrenzen.

Der Käse ist Teil eines Menüs, das bewusst auf regionale Produkte ausgerichtet ist

Das Tablett fügt sich in ein Wohnzimmer ein, in dem die in Lourdes servierte Küche vor allem lokale Produkte in den Vordergrund stellen soll.

Der Koch Guillaume Lahet, der während des Aufenthalts des Papstes in Lourdes für die Zubereitung seiner drei Mahlzeiten zuständig ist, hat unter anderem Forelle aus den Pyrenäen, schwarzes Schweinefleisch, Tarbais-Bohnen und einen Spießkuchen auf dem Programm.

Sogar das Brot soll mit einem Sauerteig aus Lourdes-Wasser gebacken werden. Das Ganze folgt somit einer recht klaren Logik: die lokale Region zu präsentieren, ohne die Mahlzeiten zu einer Luxusvorführung zu machen.

Warum diese Käseplatte viel mehr ist als nur eine einfache Käseauswahl

Was diese Zusammenstellung letztendlich so besonders macht, ist nicht nur die Anzahl der Käsesorten.

Die Käseplatte wurde als kleine essbare Landkarte Frankreichs konzipiert: Die Produkte erzählen von ihrer Region, die Sehenswürdigkeiten dienen als Orientierungspunkte und die Spezialitäten aus den Pyrenäen nehmen im Zusammenhang mit der Etappe nach Lourdes einen besonderen Platz ein.

Vom Camembert bis zum Banon, vom Maroilles bis zum Laguiole, dann vom Napoléon bis zum Pic du Midi – Papst Leo XIV. und seine Begleiter haben eine Tour de France vor sich, die diesmal mit einem Käsemesser zurückgelegt wird.
Adèle PeychesAdèle Peyches
Redaktionsleiterin, die es kaum erwarten kann, im Winter Fondue zu essen! Leidenschaftlich für Gastronomie und immer auf der Suche nach neuen kulinarischen Schätzen, habe ich zunächst Jura studiert, bevor ich zu meiner ersten Liebe zurückkehrte: dem Geschmack guter Produkte und der Freude am gemeinsamen Essen :)

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